Wien (www.anleihencheck.de) - Trotz der anhaltenden Ertragsmisere schütten Europas Banken immer noch viel zu üppige Dividenden aus, so die Experten von "FONDS professionell".
Für fünf von ihnen könnte aber im kommenden Jahr Schluss mit der Großzügigkeit sein - erzwungenermaßen. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde ihnen Ausschüttungen verbieten, weil ihre Kapitalausstattung zu schwach sei. Das gehe aus einer Mitteilung der Notenbank zu den Schwerpunkt-Plänen in der Bankenaufsicht im kommenden Jahr hervor, berichte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".
Darüber hinaus habe die Chefin des Aufsichtsgremiums, Danièle Nouy, Europas Geldhäuser zur Zurückhaltung bei Ausschüttungen und Bonuszahlungen für 2016 gemahnt, berichte die "Börsen-Zeitung." Hintergrund für diesen Appell ist eine Änderung der EZB-Richtlinien. Ein Teil der individuellen Kapitalanforderungen einer Bank unter EZB-Aufsicht seien nunmehr nur eine "Empfehlung" und keine strikte Vorgabe mehr. Institute, die ihre Kapitalquoten nicht erfüllen würden, müssten deshalb nicht mehr automatisch Ausschüttungen aussetzen.
Die EZB habe die Regeln gelockert, weil es zu Jahresbeginn zu einem Ausverkauf bei Hybridanleihen der Geldhäuser gekommen sei. Anleger hätten angesichts sinkender Kapitalquoten und eines drohenden Ausschüttungsverbots durch die EZB um ihre Kupons gefürchtet und die Papiere massiv verkauft. Nach EZB-Definition würden Ausschüttungen neben den gezahlten Dividenden an Aktionäre auch die Kupons der Hybridbonds und Boni an Mitarbeiter umfassen. (19.12.2016/alc/a/a)
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