London (www.anleihencheck.de) - Die heutige Ankündigung der Europäischen Zentralbank, ihr Anleihekaufprogramm zu verlängern, stimmt die Märkte für europäische Staatsanleihen pessimistisch, so Anthony Doyle, Investment Director im Fixed-Interest-Team bei M&G Investments.
Die Renditen auf zehnjährige Staatstitel hätten sich über die gesamte Eurozone ausgeweitet. Papiere aus Italien, Spanien und Deutschland seien dabei am stärksten betroffen gewesen. Die Entscheidung, die Anleihekäufe zu "tapern" - oder nach Mario Draghis Worten "zu reduzieren" - habe Märkte und Ökonomen überrascht. Viele hätten eine solche Verlautbarung nicht vor 2017 erwartet.
Die Experten von M&G Investments erwarten, dass die Anleihemärkte 2017 von den politischen Terminen in Europa bestimmt werden. Die EZB dürfte weiterhin eine lockere geldpolitische Haltung vertreten. Die heutige Ankündigung sei kein festgelegter Plan zum Abbau von QE. Mario Draghi werde großen Wert darauf legen, die Flexibilität der Geldpolitik zu betonen - vor allem bei der Bekämpfung negativer Schocks, durch die die EZB ihr Ziel der Preisstabilität verfehlen könnte.
Insgesamt sollte sich die heutige Entscheidung der EZB positiv für den Euro erweisen. Das sei eine Entwicklung, die die EZB im Auge behalten werde, denn ein starker Euro wäre Gegenwind für das zukünftige Wirtschaftswachstum. (08.12.2016/alc/a/a)
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