Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auf ihrer nächsten Sitzung wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Asset Purchase Programm (APP) voraussichtlich um sechs bis neun Monate verlängern, so Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von Allianz Global Investors.
Die Analysten würden darüber hinaus erwarten, dass Mario Draghi einige technische Anpassungen bekannt geben werde, um das Angebot an programmfähigen Anleihen zu verbessern: Ein Beispiel wäre die Änderung des 50%-Limits für einzelne Emittenten und Emissionen. Dadurch könne die EZB auf ein breiteres Anleiheangebot zugreifen und ihr durchschnittliches monatliches Kaufvolumen von 80 Mio. Euro beibehalten.
Was die Angebotsseite betreffe, sei schwer einschätzbar, ob der aktuelle, von Trump inspirierte Anstieg der Renditen nachhaltig sein werde. Sollte seine Wirtschaftspolitik enttäuschen, dürften die US-Renditen in der Folge sinken und einen Abwärtsdruck auf die Renditen in der Eurozone ausüben. Derzeit könne die EZB nur Anleihen erwerben, die über dem offiziellen Einlagenzins von -0,4% rentieren würden. Gleichzeitig könne die Bank nicht das Risiko eines schrumpfenden Pools programmfähiger Wertpapiere eingehen.
Eine Zinssenkung stehe jedoch nicht an. Den Einlagenzinssatz noch tiefer in negatives Terrain zu drücken, wäre ein hochsensibler Schritt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die EZB keinesfalls in den Ruch kommen möchte, sie würde indirekt die Währung manipulieren. (06.12.2016/alc/a/a)
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