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29.11.16 11:15
Referendum in Italien - Auswirkungen auf Aktien und Anleihen

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Auswirkungen des Brexit-Referendums auf Europa sind nach wie vor unklar - und schon zeichnen sich weitere einschneidende Ereignisse am politischen Horizont ab, so die Experten von J.P. Morgan Asset Management.

Das Verfassungsreferendum Italiens am 4. Dezember könnte direkte Auswirkungen auf die politische Zukunft des Landes sowie umfassendere Folgen für Europa im derzeitigen Reformprozess haben. Die Auswirkungen des Referendums werden nach Ansicht der Experten von J.P. Morgan Asset Management auch an den Finanzmärkten spürbar sein.

Die Reform des italienischen Senats sei ein wichtiger Bestandteil im Prozess der institutionellen Erneuerung, sie stelle für die Regierung aber auch eine politische Zerreißprobe dar: Ein Sieg der Reformbefürworter stelle den marktfreundlichsten Ausgang und eine Bekräftigung des ehrgeizigen Reformprogramms der gegenwärtigen Koalition dar. Würden die Gegner den Sieg davon tragen, so könnte dies unterschiedliche Auswirkungen haben, die davon abhängen würden, wie klar der Vorsprung sein werde. Einen geringen Unterschied der Stimmen könnte die gegenwärtige Koalition überstehen, wenn auch ihr Reformmandat weniger eindeutig sein werde. Bei einem nachdrücklichen "Nein" könnte Regierungschef Renzi zum Rücktritt gezwungen sein, was anhaltende Unsicherheit und eventuell vorgezogene Neuwahlen zufolge haben könnte.

Das Ergebnis des Referendums werde auch auf Europa ausstrahlen. Ein "Ja" sollte die Relevanz von Reformen in Europa unterstreichen. Ein "Nein" werde in anderen europäischen Ländern im Vorfeld wichtiger Wahlen im kommenden Jahr neue Unruhe verursachen. Denn nicht nur in Italien gebe es viele, die sich gegenüber nötigen Veränderungen sträuben würden.

Aus Anlageperspektive würden politische Ereignisse derzeit eines der Hauptrisiken in Europa darstellen. Sie seien für die verhaltene Wertentwicklung europäischer Aktien seit Jahresbeginn mitverantwortlich gewesen. Dennoch würden europäische Aktien weiterhin Chancen bieten, da sich die makro- und mikroökonomischen Fundamentaldaten bessern würden.

Die festverzinslichen Wertpapiere der Eurozone seien dagegen durch die Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) gestützt worden. Dies habe das Volatilitätsrisiko bei den europäischen Staatsanleihen reduziert und Anlegerzuflüsse gefördert. Italien sei der drittgrößte Zielmarkt für das Anleihenkaufprogramm der EZB. Bei einem Sieg der Gegner und dem Rücktritt des Ministerpräsidenten sei eine deutliche Ausweitung der Spreads zwischen italienischen Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen, wie dies in der Vergangenheit der Fall gewesen sei, sehr unwahrscheinlich. Dies sei auch für italienische Banken sehr wichtig, deren Portfolios ein zu großes Engagement in italienischen Staatsanleihen aufweisen würden, sodass sich diese im Fall von erheblicher Volatilität italienischer Staatsanleihen großem Druck ausgesetzt sehen würden. (29.11.2016/alc/a/a)


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