London (www.anleihencheck.de) - Devan Kaloo, Leiter Global Emerging Markets Aktien bei Aberdeen Asset Management, kommentiert die Geldpolitik in den Emerging Markets und die sich daraus ergebenden Perspektiven für Investments.
Den Schwellenländern sei es dank "orthodoxer" geldpolitischer Maßnahmen gelungen, wieder Wachstum zu generieren. Damit stünden sie in scharfem Kontrast zu den entwickelten Ländern, die sich mit äußerst hartnäckigen Problemen konfrontiert sehen würden. In den Schwellenländern würden die altbewährten "orthodoxen" Methoden nun Früchte zu tragen beginnen. Man habe die Zinsen angehoben und einen Sparkurs eingeschlagen, um die Inflation in den Griff zu bekommen, und die Zentralbanken seien nun wieder in der Lage, die Zinsen zu senken, um das Wachstum anzukurbeln, was die Anleihepreise nach oben getrieben habe.
Hinzu komme, dass die US Federal Reserve zwar in den Startlöchern stehe, um einen neuen Zinsanhebungszyklus einzuläuten - was üblicherweise stets ein Quell schmerzlicher Volatilität für die Schwellenländermärkte gewesen sei - man jedoch weithin erwarte, dass die Anhebungen nur graduell und sehr kontrolliert vorgenommen würden. Mit der am 23. Juni gefallenen Entscheidung der britischen Bevölkerung gegen den Verbleib in der Europäischen Union seien die wirtschaftlichen und politischen Risiken gestiegen und das lasse eine längerfristige Beibehaltung der lockeren Geldpolitik vermuten.
In diesem Umfeld hätten sich die Voraussetzungen für eine baldige Anhebung der US-Zinsen verschlechtert, Schwellenländeraktien und -währungen hingegen sollten profitieren. Es sei wohl kaum zu erwarten, dass die Europäische Zentralbank, die Bank of Japan, die Bank of England und die People's Bank of China ihre Zinsen in naher Zukunft anheben würden. In Ländern wie Brasilien, Indien, Indonesien und Mexiko werde es nach Erachten der Experten aber zu weiteren Zinssenkungen kommen. Damit hätten sich die Schwellenländer, die heute besser mit höheren US-Zinsen und einem stärkeren US-Dollar zurechtkommen sollten als früher, da die meisten von ihnen jetzt über flexible Wechselkurse und umfassende Devisenreserven verfügen würden, deutlich abgekoppelt. (27.10.2016/alc/a/a)
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