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14.10.16 11:29
Markt steht auf wackligem Fundament - hoch qualitative Unternehmensanleihen können Stabilität verleihen

Boston (www.anleihencheck.de) - Julian Edelman, einer der in den USA landesweit bekannten American-Football-Spieler der New England Patriots, wurde kürzlich gefragt, welchen Rat ihm sein Vater Frank für seine Spielerkarriere mit auf den Weg gegeben hat, so die Experten von MFS Investment Management.

"Besinne dich auf das Fundamentale im Leben. Es ist ein hartes, aber einfaches Leben", habe er geantwortet. Das Fundamentale spiele nicht nur im Leben eine wichtige Rolle, sondern auch am Markt. Manchmal neige man allerdings dazu, die Finanzwelt zu verkomplizieren, indem man sich auf die Politik der Zentralbanken versteife, auf politische Wahlen, technische Trends oder Kapitalbewegungen. Jedoch sollte der Fokus stets auf den Fundamentaldaten liegen: Denn auf lange Sicht möchten Investoren ihr Geld dort investiert wissen, wo sie mit guten und wachsenden Kapitalflüssen rechnen könnten. Dieser Cashflow - ob nun gemessen am Nettoertrag, den Gewinnspannen oder an der Eigenkapitalrendite - sei letztlich der ausschlaggebende Treiber für Aktienpreise. Investoren würden sogar Preisschwankungen in Kauf nehmen, um an diesen soliden Geldbewegungen teilhaben zu können. Im Grunde sei dies eine ganz simple Rechnung.

Der aktuelle Konjunkturzyklus in den USA werde - bezogen auf den Free Cashflow - als einer der größten in die Geschichte eingehen. Denn Unternehmen hätten sich dank technischer Schachzüge von überschüssigem Geld befreien, auf billige Arbeitskräfte zurückgreifen können und von den niedrigen Energiepreisen, billigem Geld und dem moderaten weltweiten Wirtschaftswachstum profitiert.

Aufgrund der globalen Finanzkrise sei der Markt über Jahre hinweg vorsichtig geblieben. Die Aktienkurse seien infolgedessen deutlich langsamer als die Erträge oder Cashflows gestiegen. Gleichzeitig hätten Zentralbanken weltweit die Aktienmärkte mit ihrer außerordentlich expansiven Geldpolitik indirekt unterstützt, um geringem Wachstum und niedriger Inflation entgegenzuwirken. Der Markt sei also von zwei Pfeilern getragen worden: Hohen Gewinnen und geringen Zinsen. Beide hätten zu der Rally beigetragen, die den S&P 500 mit 666 Punkten vor der Finanzkrise auf heute 2.150 Punkte habe ansteigen lassen.

Die Situation habe sich zuletzt jedoch geändert. Das stabile Fundament für eine langfristig positive Marktentwicklung aus wachsendem Cashflow und Ertrag wackle. Fallende Rohstoffpreise, ein verlangsamtes globales Wachstum und die erodierende Preissetzungsmacht würden für schlechte Erträge sorgen. Die Unternehmen würden sich unterhalb der Wachstumsschwelle bewegen. Auch Kostenprogramme, um dem entgegenzuwirken, könnten dies nicht mehr auffangen. Vor allem Verkaufs- und Verwaltungskosten seien in den meisten Branchen gestiegen, ebenso Personalkosten, und das bei Jahr für Jahr kontinuierlich schwächer werdendem Ertragswachstum.

Sechs Jahre lang habe der Markt einen deutlichen Schub durch eine effiziente, wachsende Privatwirtschaft und mit dem Rückenwind niedriger Zinsen im Anleihemarkt erhalten. Mittlerweile bleibt uns jedoch nur noch eine dieser Säulen, die auf dem schwachen Fundament der Zentralbankliquidität steht, so die Experten von MFS Investment Management. Im Niedrigzinsumfeld habe sich die Auffassung etabliert, Aktien böten die einzig gute Investmentmöglichkeit. Dies mache den Experten Angst. Die Experten von MFS Investment Management fragen sich, was passiert, wenn die Zentralbanken uns nicht mehr mit niedrigen Zinsen versorgen. Dass die Märkte ohne Profite oder niedrige Zinsen weiterhin wachsen würden, würden die Experten bezweifeln.

Glücklicherweise werde der Markt nicht von Euphorie angetrieben. Von dieser Situation könnte man aber nicht mehr weit entfernt sein. Oft habe eine spät-zyklische, euphorische Stimmung zu Überschwang am Markt geführt. Der aktuelle Marktzyklus sei mit seinen mittlerweile acht Jahren der dritt-längste der Geschichte. Der längste im vergangenen Jahrhundert habe zehn Jahre gedauert. Auch wenn man hoffe, dass sich die Fundamentaldaten nachweislich wieder erholen würden, sei es wohl das Sicherste, sich schrittweise von diesem turbulenten Markt zu verabschieden.

Nur, wohin? Hoch qualitative Unternehmensanleihen seien zwar auch keine optimale Anlageklasse. Sie könnten dem Portfolio jedoch zusätzliche Stabilität verleihen, da sie allgemein weniger volatil als Aktien und ihre Renditen ausreichend kalkulierbar seien, um das nötige Investoreninteresse zu wecken. (14.10.2016/alc/a/a)


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