Kopenhagen (www.anleihencheck.de) - Mit rund 30 Zentralbank-Treffen auf der Agenda wird der September ein turbulenter Monat für Investoren. Seit der letzten öffentlichen Erklärung der Bank of England hat das monatliche globale Volumen von QE-Programmen fast 200 Milliarden US-Dollar erreicht. Das entspricht dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt von Portugal 2015, sagt Christopher Dembik, Volkswirt bei der Saxo Bank.
Oft sei gemunkelt und diskutiert worden; mittlerweile sei unbegrenztes Quantitative Easing längst Realität. Die globalen Kreditkonditionen seien noch nie so locker gewesen, angesichts einer durchschnittlichen Rendite für globale Staatsanleihen um 0,7 Prozent.
Im Falle einer US-Zinsanhebung würde dies die geldpolitische Kluft zwischen den USA und dem Euroraum weiter vergrößern. "Das könnte die Aufmerksamkeit der Anleger umso mehr auf den US-Dollar lenken", sage Dembik.
Die EZB würde in diesem Monat neue ökonomische Daten vorlegen, die verdeutlichten, dass wirtschaftliche Risiken weiter vorhanden seien. Das würde die Zentralbank darin bestärken, ihr Anleihenkaufprogramm auf ihrem Treffen am 8. September anzupassen. "Das Ausgangsszenario wäre, dass die EZB ihr Programm um sechs bis neun Monate verlängert und ihr Ausgabelimit auf 50 Prozent erhöht", sage Dembik abschließend. (01.09.2016/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de