Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer gestrigen Sitzung ihre Leitzinsen unverändert gelassen, so die Analysten von Postbank Research.
Zudem habe sie erneut ausgeführt, dass diese für längere Zeit und weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben würden. Überdies habe der EZB-Rat bestätigt, dass die monatlichen Ankäufe von Vermögenswerten im Volumen von 80 Mrd. Euro mindestens bis März 2017 erfolgen sollten. Erforderlichenfalls würden sie auch darüber hinaus fortgeführt, in jedem Fall aber so lange, bis der Rat eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung erkenne, die mit seinem Inflationsziel in Einklang stehe. Angesichts der bestehenden Unsicherheiten für Inflation und Wachstum, zu denen jetzt auch das Votum der britischen Bevölkerung zähle, dass das Land die Europäische Union verlassen solle, habe sich die EZB auch die Möglichkeit offen gehalten, weitere geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen.
Heute stünden mit den Einkaufsmanagerindices für Juli sowohl für den Euroraum insgesamt als auch für Deutschland die ersten Stimmungsindikatoren für den Unternehmenssektor zur Verfügung, die auf einem Befragungszeitraum basieren würden, der erst nach dem Brexit-Votum begonnen habe. Dieses dürfte die Stimmung belastet haben. Für den EWU-Serviceindex würden die Analysten einen Rückgang um 0,5 auf 52,3 Punkte erwarten, während der Index für das Verarbeitende Gewerbe aufgrund der stärkeren Exportorientierung des Sektors etwas deutlicher um 0,8 auf 52,0 Punkte sinken sollte.
Gegen einen kräftigeren Rückgang spreche insbesondere, dass die finalen Juni-Daten, die auch den Teil des Befragungszeitraums nach dem Referendum am 23. Juni umfassen würden, gegenüber den vorläufigen Werten aufwärts revidiert worden seien. Dies gelte auch für die deutschen Einkaufsmanagerindices, die im Juli in gleichem Ausmaß wie ihre EWU-Pendants auf 53,7 Punkte für das Verarbeitende Gewerbe beziehungsweise auf 53,2 Punkte für den Dienstleistungssektor nachgeben dürften. (22.07.2016/alc/a/a)
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