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31.05.16 10:46
Unternehmensanleihen und Dividendentitel als Renditelieferanten

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Angesichts gebremster Ertragsaussichten durch unterdurchschnittliche globale Wachstumsraten - wenn auch ohne Zeichen einer Rezession - ist es sinnvoll, an Anlageklassen festzuhalten, die höhere Ertragschancen bieten, beispielsweise Unternehmensanleihen oder Dividendenaktien, so Jakob Tanzmeister, Client Portfolio Manager im Multi-Asset Solutions Team bei J.P. Morgan Asset Management.

Dies umso mehr, als dass in einem Umfeld, in dem wenige fundamentale Veränderungen zu erwarten seien, Erträge, Zinsen und Carry-Strategien weiter profitieren sollten und somit Income-Strategien sehr gut positioniert seien.

Zwar werde derzeit das Wachstumspotenzial durch stagnierende Unternehmensgewinne, schwache Investitionen, eine zurückhaltende Finanzpolitik und Zentralbanken, die bereits einen großen Teil ihres Pulvers verschossen hätten, begrenzt. Andererseits erscheine das Abwärtspotenzial aktuell limitiert, da Privathaushalte und Banken in den Industrienationen einen geringen Fremdfinanzierungsgrad aufweisen würden und parallel kaum Inflation zu verzeichnen sei. Vor diesem Hintergrund bleibe für Investoren, die Anlagealternativen im jetzigen Nullzinsumfeld suchen würden, eine defensive und ertragsorientierte "Income"-Strategie mit Investments in Anlageklassen, die eine höhere Ertragskomponente aufweisen würden, langfristig sinnvoll.

Das bedeute natürlich nicht, dass eine Income-Strategie über kurz- und mittelfristige Zeithorizonte immer positive Erträge erzielen werde. Die zwei wesentlichen Income-Lieferanten in entsprechenden Produkten seien einerseits "Credit-Spreads", also zu vereinnahmende Risikoaufschläge bei Anleihen sowie andererseits Dividenden bei Aktien. Beide Segmente würden im Vergleich zu risikofreien Anlagen wie beispielsweise deutschen Staatsanleihen eine teils deutlich höhere Volatilität ausweisen. Aber beide Segmente böten für langfristige Investoren auch überzeugende Argumente.

Innerhalb ihrer Income-Strategie würden die Experten deshalb unverändert Unternehmensanleihen als wichtige Ertragsquelle bevorzugen. Unternehmensanleihen seien nicht auf eine boomende Wirtschaft angewiesen, mögen jedoch auch keine Rezession. Sie seien vielmehr ideal in Phasen mit einem langsamen, kontinuierlichen Wachstum und geringer Inflation, wie sie aktuell vorzufinden sei und für die sie sich entsprechend positioniert hätten. Die Risikoaufschläge würden sich dabei aktuell in den meisten Märkten über ihrem historischen Durchschnitt bewegen.

Da die Experten im Hinblick auf die weltwirtschaftliche Entwicklung zwar eine gedämpfte aber durchaus optimistische Haltung einnehmen würden, würden sie Beimischungen von Hochzinsanleihen gegenüber einer ausschließlichen Allokation in Anleihen mit hoher Bonität bevorzugen. Zudem sei aufgrund der teils deutlichen Renditedifferenzen die Berücksichtigung amerikanischer Hochzinsanleihen gegenüber einer ausschließlichen Allokation in europäische Werte sinnvoll - bei entsprechender Sicherung der Fremdwährungsrisiken in den Euro.

Bei Aktien seien Dividenden mit regelmäßigen Erträgen gleichzusetzen. Die Aussicht auf reine Kapitalerträge sei im derzeitigen Zykluszeitpunkt nicht mehr ohne Einschränkungen zu erwarten, weshalb sich Anleger zunehmend auf Aktien konzentrieren würden, die neben der Aussicht auf Kapitalwachstum auch regelmäßige, attraktive Erträge abwerfen würden. Nachdem sie vier Jahre lang in einem Umfeld stark zulegender Aktienmärkte eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung durchlaufen hätten, würden sich dividendenstarke Aktien für strategische Investoren nun mit einem positiven Ausblick zeigen. Im aktuellen Umfeld mit niedrigerem Wachstum und höheren Schwankungen seien Werte mit einem geringeren Beta gut positioniert.

Nicht zuletzt sollten Anleger weniger traditionelle Segmente nicht vergessen: Immobilienaktien und Hybridanleihen böten ebenfalls attraktive laufende Renditen und würden eine zusätzliche Diversifikation ermöglichen. (31.05.2016/alc/a/a)


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