Paris (www.anleihencheck.de) - Die USA befinden sich weiterhin auf einem Erholungskurs, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Im April seien die Industrieproduktion um 0,7 und die Einzelhandelsumsätze um 1,3 Prozent gestiegen. In den jüngst veröffentlichten Sitzungsprotokollen der Federal Reserve sei deutlich geworden, dass den US-Währungshütern die positive Entwicklung nicht entgangen sei. Sollte diese anhalten, wäre eine Zinserhöhung "wahrscheinlich angemessen", heiße es in den Protokollen.
Doch Vorsicht: In trockenen Tüchern sei die Zinserhöhung noch längst nicht. Die US-Notenbank habe schon des Öfteren bewiesen, dass sie entgegen den allgemeinen Erwartungen andere Entscheidungen treffe. Erinnern sollte man sich an eine Rede Janet Yellens Ende März vor dem Economic Club of New York. Dort habe die FED-Präsidentin auf Risiken für die Weltwirtschaft hingewiesen, die eine vorsichtige Handlungsweise rechtfertigen würden. Und diese Risiken seien im Vergleich zum März kaum kleiner geworden.
Nach wie vor schwächele das Wachstum in China. Prekär sei auch die Lage in Schwellenländern, die sich in US-Dollar verschuldet hätten. Ein höherer Leitzins würde wohl den Dollar stärken und so die Schuldenlast dieser Länder erhöhen, was letztlich auch die USA belasten dürfte. Sollte sich abzeichnen, dass die FED im Juni tatsächlich stillhalte, dürfte auch der Dow Jones davon profitieren. Für wagemutige Anleger könnte es sich also lohnen, nicht mit der Marktmeinung zu schwimmen, sondern darauf zu setzen, dass Janet Yellen sich nicht von den Spekulationen beeinflussen lasse - und die jüngste Kursdelle daher zum Einstieg zu nutzen. (Ausgabe vom 20.05.2016) (23.05.2016/alc/a/a)
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