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20.01.16 10:17
Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen bieten langfristige Bewertungschancen

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Zuge der fallenden Rohstoffpreise und der Verlangsamung des globalen Handels haben sich die Währungen und Handelsbedingungen von Schwellenländern seit 2011 substanziell verschlechtert, so die Experten von Aviva Investors.

Trotz gegenteiliger Annahme hätten die Schwellenländer in diesem Zeitraum jedoch Standhaftigkeit und Stabilität bewiesen. Und noch mehr - die lange und schmerzhafte Phase wirtschaftlicher Anpassungen habe sogar einen positiven Einfluss auf die strukturellen Ungleichgewichte.

Diese mehrjährige Anpassung habe signifikant langfristige Bewertungschancen geschaffen: Schwellenländerwährungen hätten attraktive langfristige, mehrjährige Bewertungen erreicht. Anleiherenditen in Lokalwährungen seien im Verhältnis zu anderen Anlageklassen und auf historischer Basis attraktiv. Die aktuellen Leistungsbilanzen einer Vielzahl von Schwellenländern würden sich deutlich verbessern, auch wenn das Wachstum eine Herausforderung bleibe.

Das Emerging Markets Debt Team von Aviva Investors identifiziere Chancen mittels eines Investment-Prozesses, der sowohl makroökonomische Daten, Bewertungen und zyklische respektive technische Faktoren analysiere als auch Devisen- (FX) und Durationsrisiken identifiziere. Anhand dieser Kriterien und infolge der bereits erfolgten mehrjährigen Bewertungsanpassungen bedeute die durchschnittliche inflationsbereinigte Währungsabwertung von knapp 20 Prozent gegenüber dem US-Dollar auf indexgewichteter Basis eine erhebliche Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit für einige Schwellenländerwirtschaften. Dies sei der Hauptfaktor für die jüngsten Anpassungen der strukturellen Fundamentaldaten und bestärke die Experten in der Analyse, dass verschiedentliche Schwellenländerwährungen und Lokalwährungsanleihen langfristigen Mehrwert böten.

Beträchtliche kurzfristige Risiken für die Anlageklasse würden die Entwicklung des US-Dollar und die anhaltende Abschwächung des Wachstums in China darstellen. Trotzdem würden die Experten bei ihrem Basisszenario einer weichen Landung für das chinesische Wachstum und einer schrittweisen Abwertung des Renminbi bleiben. Eine Verbesserung der Fundamentaldaten in den Schwellenländern würde der Anlageklasse signifikanten Auftrieb verleihen. Aber auch so seien die Bewertungen unter bestimmten Marktkonditionen attraktiv genug, um strategische Investoren für diese Risiken zu entschädigen. Nach dem jüngsten US-Zinsanstieg wären mehr Klarheit über die weitere Entwicklung der US-Zinsen sowie ein relativ stabiler US-Dollar die beiden Hauptkatalysatoren für strategische Opportunitäten, vor allem auch unter Berücksichtigung der langfristigen strukturellen Verbesserungen.

Die langfristigen Bewertungssignale von Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen seien attraktiv und die Anlageklasse biete Investoren mittel- bis langfristig signifikantes Renditepotenzial. Trotz des Risikos für kurzfristige Volatilität bleibe der langfristige Trend für Schwellenländer intakt und die Anlageklasse werde gestützt durch günstige demografische Voraussetzungen, von der Produktivität sowie von der relativen Stabilität der Verschuldungen und Reserven. Der Ausblick für Schwellenländer könne sich schnell ändern und die Zeichen, die darauf hindeuten würden, dass es Zeit für eine höhere Gewichtung von Lokalwährungsanleihen sei, könnten näher sein, als manche es erwarten würden. (20.01.2016/alc/a/a)


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