Paris (www.anleihencheck.de) - Dass Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank EZB, am Donnerstag dieser Woche bekannt gab, dass sein Institut den Leitzins im Euro-Raum auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent belassen werde, interessierte die Beobachter viel weniger als eine andere Aussage, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Draghi habe nämlich auch noch eingeräumt, dass der EZB-Rat willens und in der Lage sei, "alle Instrumente zu nutzen", um über die Geldpolitik die Konjunktur zu stimulieren. Geprüft werden solle dies auf der EZB-Sitzung am 3. Dezember.
Und dass sie entsprechen handeln wolle, beispielsweise mit einer Erhöhung des aktuellen Anleihekaufprogramms. Oder mit dessen Verlängerung: Die im März begonnenen monatlichen Käufe von Wertpapieren der Euro-Länder im Wert von 60 Milliarden Euro durch die EZB würden dann über das ursprüngliche Ende im September 2016 hinausgehen. Denkbar wäre zudem eine Senkung des Einlagenzinses. In allen Fällen dürften die Profiteure aber schon jetzt feststehen: Die Akteure an den Aktienmärkten. Welche große Rolle die Geldpolitik bei der Börsenentwicklung spiele, habe sich bereits während der jüngsten Niedrigzinsphase gezeigt.
Da auch China gerade die Zinsen gesenkt habe - um 0,25 Prozentpunkte auf 4,35 Prozent -, stünden die Chancen nicht schlecht, dass die weltweiten Aktienmärkte in diesem Jahr die vielzitierte Jahresendrally sehen würden. Das könnte dem DAX nach seinem bisherigen Auf und Ab im Jahr 2015 unter dem Strich vielleicht doch noch zu einer positiven Börsenjahresbilanz verhelfen. (Ausgabe vom 23.10.2015) (27.10.2015/alc/a/a)
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