Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Zentralbank von Kenia hat ihren Leitzins erstmals seit zwei Jahren wieder angehoben, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Am Mittwoch habe der geldpolitische Ausschuss der Notenbank den Schlüsselzins überraschend deutlich von 8,50% auf 10,00% angehoben. In ihrer anschließenden Erklärung hätten die Währungshüter ihre Entscheidung mit der Preisentwicklung in der heimischen Volkswirtschaft begründet.
Die allgemeinen Verbraucherpreise seien im zurückliegenden Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 6,9% etwas langsamer gestiegen als im Vormonat (7,1%). Dies sei nach Einschätzung der Notenbanker aber lediglich eine vorübergehende Auswirkung der jüngsten Regenperiode auf die heimischen Nahrungsmittelpreise.
Mit ihrer jetzigen Zinsentscheidung beabsichtige die Zentralbank offenbar auch eine Stabilisierung des Wechselkurses, um sich gegen eine weitere Beschleunigung der Inflation zu stemmen. Die Notenbank strebe eine Inflationsrate innerhalb einer Bandbreite von ±2,5% um eine Zielmarke von 5% an.
Das vor allem von auf Kreditwachstum im Privatsektor und Investitionen der öffentlichen Hand in die Infrastruktur getragene Wirtschaftswachstum Kenias erweise sich derzeit als weitgehend stabil. Erst unlängst habe der International Währungsfonds seine BIP-Prognose für das laufende Jahr auf 6,9% heraufgesetzt (2014: 5,3%). Die Zentralbank werde daher jetzt vermutlich eine geldpolitisch abwartende Haltung annehmen und die Auswirkungen der Zinsentscheidung auf Wechselkurs und Preisstabilität beobachten.
Eventuelle Unsicherheiten seien mit dem gegenwärtigen Wechsel an der Führungsspitze der Zentralbank möglich. Nachdem Regierungschef Uhuru Kenyatta in der vergangenen Woche Dr. Patrick Ngugi Njoroge für dieses Amt nominiert habe, müsse nun das Parlament der Personalentscheidung zustimmen. (11.06.2015/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de