Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Schweizer Notenbank (SNB) sorgte in diesem noch jungen Jahr gleich für einen Paukenschlag, so die Analysten der Helaba.
Völlig überraschend habe sie die im September 2011 eingeführte Untergrenze beim Euro/Franken-Kurs von 1,20 ersatzlos aufgehoben. In der Folge habe die Schweizer Währung extrem aufgewertet. Der Euro/Franken-Kurs sei kurzzeitig auf ein Allzeittief von 0,85 gefallen und habe sich dann um die Parität eingependelt. Die SNB senke zugleich ihren Leitzins, den Mittelwert ihres Zielbandes vom 3-Monats-Libor, auf -0,75%! Als Begründung habe sie angeführt, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro und damit auch dem Franken in letzter Zeit deutlich aufgewertet habe und damit die "Aufrechterhaltung des Euro/Franken-Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt" sei.
Leidtragender der Währungsaufwertung sei insbesondere die Schweizer Exportindustrie. Diese habe die Verteuerung des Franken bis 2011 erstaunlich gut gemeistert. Allerdings stelle sich nach der erneuten Aufwertung die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Längerfristig könnte der sehr teure Franken prägnantere Folgen haben als in der kürzeren Frist.
Zwar sei der Franken nun selbst um adjustierte Kaufkraftparitäten gegenüber dem Euro und auch anderen Währungen wieder sehr teuer. Gleichwohl könnten Fehlbewertungen am Devisenmarkt lange anhalten. Das erwartete Kaufprogramm der EZB sowie die mit den Neuwahlen in Griechenland verbundene Unsicherheit könnten den Euro/Franken-Kurs zusätzlich unter Druck setzen. Durch die SNB-Zinssenkung habe sich jedoch auch der "Renditevorteil" des Euro ausgeweitet, d.h. die Zinsen in der Eurozone seien weniger negativ als in der Schweiz. Dies könnte den Wechselkurs mittelfristig stabilisieren. Vereinzelte Devisenmarktinterventionen der SNB könnten ebenfalls dazu beitragen. Kurzfristig sollte der Euro/Franken-Kurs sehr volatil bleiben und sich im Jahresverlauf um die Parität einpendeln. (16.01.2015/alc/a/a)
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