Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Entgegen den Konsenserwartungen und vielen anderen Sentimenterhebungen hat sich das von der Universität Michigan erhobene Konsumentenvertrauen in den USA im Oktober befestigt und ist mit 86,4 Punkten auf den höchsten Stand seit Juli 2007 gestiegen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Während die Einschätzung der aktuellen Lage mit 98,9 Punkten unverändert geblieben sei, hätten die Erwartungen um 3,0 auf 78,4 Punkte und damit auf den zweithöchsten Stand ebenfalls seit mehr als sieben Jahren zugelegt. Möglicherweise würden die jüngsten Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten dazu führen, dass der endgültige Wert noch etwas nach unten revidiert werde, insgesamt zeige sich die Verbraucherstimmung aber stabil und lasse für die kommenden Quartale auf ein Konsumwachstum in einer Größenordnung von gut 2% schließen. In etwa wie erwartet seien die Daten zu den Baubeginnen und -genehmigungen ausgefallen. Mit annualisiert gut 1 Mio. Einheiten hätten beide Erhebungen im Vergleich zum Vormonat zulegen können und würden das Bild einer Fortsetzung der moderaten Erholung am US-Immobilienmarkt bestätigen.
Übergeordnet bleibe indes die Bewertung der Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks ein entscheidender Treiber der Entwicklung im EUR/USD-Währungspaar. Während bei der EZB dabei in den kommenden Wochen weitere Expansivmaßnahmen näher rücken dürften, steuere die US-Notenbank trotz zuletzt vereinzelt schwächerer Konjunkturdaten auf einen weniger starken Expansionsgrad ihrer Geldpolitik zu. Die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt sehen daher in den kommenden Monaten ein Umfeld, in dem die US-Valuta weiter zulegen dürfte. Per Jahresende 2015 würden die Analysten Notierungen von 1,19 US-Dollar für realistisch halten.
Die EZB stehe dabei kurz vor dem Beginn ihrer angekündigten Anleihenkäufe. So habe EZB-Direktor Benoît Coeuré am Freitag auf einer Notenbank-Konferenz angekündigt, dass die ersten Papiere "bereits in den nächsten Tagen" gekauft werden sollten. Zunächst stünden dabei Pfandbriefe im Fokus, bevor die Notenbank im weiteren Verlauf des 4. Quartals dann auch Kreditverbriefungen (ABS) kaufen werde. Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny habe in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass die EZB "streng auf Qualität" zu achten habe, was das mögliche Ankaufvolumen begrenze.
In Großbritannien habe sich der Chefvolkswirt der Bank of England, Andrew Haldane, über die Lage der Konjunktur "betrübter als bisher" gezeigt und erkennen lassen, dass die Zinsen aus seiner Sicht länger niedriger bleiben sollten. Die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt unterstellen aktuell eine erste Anhebung der Base Rate für Februar 2015. Das Britische Pfund habe sich indes wenig beeindruckt gezeigt und einen Teil seiner Kursverluste zum Euro aus den letzten Tagen wieder wettmachen können. Der Euro sei wieder unter die Marke von 0,80 GBP gefallen. (20.10.2014/alc/a/a)
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