Hamburg (www.anleihencheck.de) - Unerwartet hat die EZB die Leitzinsen ein weiteres Mal gesenkt, und zwar von 0,15 auf 0,05%, so die Analysten der HSH Nordbank AG.
Entsprechend seien der Einlagenzins von -0,1 auf -0,2% und der Spitzenrefinanzierungssatz von 0,4 auf 0,3% angepasst worden. Darüber hinaus habe EZB-Präsident Mario Draghi ein QE-Programm light angekündigt. Angekauft werden sollten von Unternehmens- und Hypothekenkrediten (ABS und MBS) und Pfandbriefe. Damit werde die EZB bei den meisten Papieren auch das Ausfallrisiko übernehmen. Angaben über das genaue Volumen habe Draghi aber nicht gemacht.
Er habe ferner berichtet, dass der EZB-Rat über die Einführung eines noch umfangreicheren Anleihen-Ankaufprogramms (mit Staatsanleihen) diskutiert habe. Begründet worden seien die Maßnahmen mit den gesunkenen Inflationserwartungen, der schleppenden Kreditvergabe und der sich verlangsamenden Konjunktur und in der Eurozone.
In den USA laufe die Wirtschaft deutlich runder. Das habe zuletzt der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe mit einem kräftigen Anstieg bestätigt. Ob diese Entwicklung nachhaltig sei, würden am Freitag (05.09.) die Arbeitsmarktdaten zeigen. Es werde davon ausgegangen, dass im August erneut deutlich mehr als 200.000 neue Stellen geschaffen worden seien.
Allerdings würden die Notenbanker immer wieder die Erwartungen dämpfen, jüngst wieder im Konjunkturbericht der FED-Bezirke (beige book). Man habe zwar eine breite Verbesserung der Lage konstatiert, sei jedoch insgesamt sehr vorsichtig bei der Einschätzung des Arbeitsmarktes geblieben.
Die Investoren würden die USA auf einem guten Wachstumspfad sehen und auf eine vorzeitige Leitzinserhöhung der FED setzen. So habe die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries wieder etwas angezogen. Indessen hätten die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen schon vor der EZB-Sitzung mit 0,88% einen neuen Tiefststand ausgelotet.
Sie hätten sich allerdings auch nach dem EZB-Entscheid über der Marke von 0,90% gehalten. Dies sei aber wohl eher der gestiegenen Hoffnung einer friedlichen Beilegung des Konflikts in der Ukraine geschuldet als einem baldigen Aufblühen der Konjunktur in der Eurozone. Die Analysten würden erwarten, dass die Bundrenditen bei einer Beruhigung der Lage in der Ukraine über ein leichtes Aufwärtspotenzial verfügen würden. (Ausgabe vom 04.09.2014) (05.09.2014/alc/a/a)
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