Wien (www.anleihencheck.de) - Die Situation in der Ukraine bleibt überaus angespannt, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".
Die Kämpfe im Osten des Landes würden eskalieren, die Zahl der Todesopfer auf allen Seiten nehme massiv zu und fast eine Million Menschen seien bereits vor den Kämpfen geflohen - davon rund 700.000 nach Russland. Mit dem mutmaßlichen Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine habe sich die Konfrontation zwischen dem Westen und Kiew einerseits und Russland anderseits weiter verschärft.
Anfang August habe Moskau schließlich mit ersten Gegensanktionen geantwortet. Angesichts der sehr scharfen Rhetorik aus Washington und Brüssel und einer auch medial stark aufgeheizten Stimmung erscheine eine rasche Beilegung der Konfrontation schwierig, die inzwischen an die Zeiten des Kalten Krieges erinnere.
Die Sanktionen dürften das ohnehin schwache Wirtschaftswachstum Russlands zusätzlich belasten. So habe beispielsweise der IWF bereits deutlich seine Prognose für das russische Wachstum für 2014 und 2015 reduziert. Der Rubel habe im Juli im Zuge der verschärften Spannungen um rund 5% nachgegeben. Auch russische Anleihen seien markant schwächer gewesen, zumal die Notenbank eine weitere Zinsanhebung auf 8% vorgenommen habe.
Der Aktienmarkt sei um rund 7% gefallen, liege aber trotzdem deutlich über den Tiefständen vom Februar und es habe auch keinerlei Anzeichen von Panik gegeben. Die relative robuste Verfassung des Marktes angesichts einer Flut von denkbar schlechten Nachrichten sei positiv zu werten. Dennoch und trotz der langfristig attraktiven Bewertungen sei eine durchgreifende Erholung des Aktienmarktes aber erst dann zu erwarten, wenn es zu einer Konfliktbeilegung zwischen Russland und dem Westen und/oder zu einer deutlichen Konjunkturbelebung komme. (Ausgabe August 2014) (15.08.2014/alc/a/a)
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