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23.07.14 16:50
Geldpolitik wird bei EUR/USD mittelfristig größere Rolle spielen

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutlich unter Druck geriet der Euro am gestrigen Dienstag, als er zum zweiten Mal in drei Tagen unter die wichtige Marke von 1,35 USD fiel, berichten die Analysten der Nord LB.

In der ohnehin als angespannt anzusehenden geopolitischen Lage habe die Meldung, dass die Ukraine die Teilmobilmachung ihrer Bevölkerung beschlossen habe, für weiteren Druck auf die europäische Gemeinschaftswährung gesorgt. Das Parlament in Kiew habe am Vormittag einen entsprechenden Erlass des ukrainischen Präsidenten Poroschenko bestätigt. Mittlerweile habe der Euro das Tief bei 1,3480 USD vom Februar dieses Jahres unterschritten. Sicherlich würden die Nachrichten aus der Ostukraine, die Ergebnisse der Ermittlungen zum mutmaßlichen Abschuss des malaysischen Flugzeugs und vor allem die Reaktionen aus Kiew, Moskau, New York und weiteren Hauptstädten die Stimmung auf dem Devisenmarkt noch weiter maßgeblich beeinflussen. Es bleibe ein mulmiges Gefühl, dass die Entwicklungen noch kritischer werden könnten, was den Euro sicherlich zunehmend belasten würde.

Mittelfristig gesehen sollte der Dollar nach Auffassung der Analysten von der langsamen Neuausrichtung der US-Geldpolitik profitieren können. Spätestens nach der Beendigung des Wertpapierkaufprogramms der US-Notenbank würden sich die Spekulationen über zeitnähere Leitzinsanhebungen der FED verstärken, was dann für die US-Währung sprechen müsste. Auch die prognostizierten Bewegungen in den längeren Laufzeitenbereichen der Zinskurven der Staatsanleihen beiderseits des Atlantiks würden eine Aufwertung des Greenback signalisieren. Der FX-Bereich werde in den kommenden Monaten also besonders interessiert auf die Einschätzungen der hochrangigen FED-Offiziellen blicken.

Innerhalb der US-Notenbank scheine sich mittlerweile die Zahl der Stimmen zu erhöhen, die eine Leitzinsanhebung bereits zum Ende des 1. Quartals fordern würden, wenn die Konjunkturdaten eine anhaltend positive Entwicklung der US-Volkswirtschaft signalisieren würden. Entsprechende Anmerkungen seien jüngst zum Beispiel von James Bullard, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of St. Louis, gekommen. Dieser habe damit mehr oder weniger genau die Kommentare der US-Notenbankchefin Janet Yellen wiederholt, die schon zuvor betont habe, eine erste Leitzinsanhebung der FED könne bei Bedarf früher und schneller erfolgen, als von den Finanzmärkten derzeit generell prognostiziert werde.

Unter Zugzwang würden die US-Zentralbanker insbesondere bei einer ausgeprägten und zügigen Erholung des US-Arbeitsmarktes kommen. Dabei rücke bereits die in der kommenden Woche am Freitag anstehende Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts langsam in den Fokus der Marktteilnehmer. (23.07.2014/alc/a/a)


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