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29.04.14 15:21
M&G Bond Vigilantes: Deflationstendenz erfasst ganz Europa

London (www.anleihencheck.de) - Die EZB unterschätzt derzeit Deflationsrisiken in Europa. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Analyse von Ben Lord, Fondsmanager Anleihen bei M&G Investments, so die Experten von M&G Investments.

Lord sei überzeugt, dass die anhaltende Deflationstendenz in Kern- und Peripheriestaaten der Eurozone Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit bedrohe. Angesichts der niedrigen Inflationsraten habe die EZB bislang ein ungewöhnlich hohes Maß an Toleranz an den Tag gelegt. Denn obwohl der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für die Eurozone im Vorjahresvergleich bei lediglich 0,5 Prozent liege, seien bisher keine korrektiven Maßnahmen eingeleitet worden.

Mario Draghi konstatiere, dass die niedrigen Inflationsraten in den Peripheriestaaten Teil der vorübergehenden Anpassung des relativen Preisniveaus zwischen einzelnen europäischen Volkswirtschaften seien und sogar zu einer besseren Wettbewerbsfähigkeit beitrügen. Seine Argumentation setze allerdings voraus, dass die niedrige Teuerung auf Peripherieländer begrenzt bleibe. Die Deflation habe aber längst auch Kernstaaten der EU erfasst, womit Draghis Begründungen hinfällig würden.

Ben Lord: "Unsere Untersuchung zeigt, dass EU-Kernländer wie Spanien, Italien und die Niederlande allesamt eine Deflationsphase durchlaufen. Zudem steht Frankreich am Rande des Abgrunds, die Teuerungsrate gegenüber dem Vorjahr beträgt dort lediglich 0,2 Prozent. Die Zahlen untermauern also, dass der Disinflationstrend nicht auf Peripheriestaaten beschränkt ist. Dies lässt ernsthafte Zweifel an Draghis Aussagen hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit aufkommen. Daher dürfte die EZB gut beraten sein, dieser beunruhigenden Entwicklung zeitnah entgegenzuwirken." (29.04.2014/alc/a/a)


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