Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Unternehmen Goldman Sachs Asset Management (GSAM) wurde gestern Abend in Frankfurt mit dem Morningstar Award in der Kategorie "Best Fund House: Specialist Fixed Income (Deutschland)" ausgezeichnet, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management.
Die Fixed Income Experten Rachel Golder, Yacov Arnopolin und Iain Lindsay würden gemeinsam auf die aktuellen Entwicklungen an den globalen Anleihemärkten blicken.
Die Weltwirtschaft habe ihre Dynamik im zweiten Halbjahr 2013 aufrechterhalten können, was nach Überzeugung der Experten ein gutes Vorzeichen für 2014 sei. Mehrere Frühindikatoren würden auf eine Wachstumsbeschleunigung in allen großen Volkswirtschaften der Welt hinweisen. Zum ersten Mal seit der Krise sehe man weltweit eine breit angelegte wirtschaftliche Erholung, und das Risiko von Rückschlägen sei relativ gering. Die Aussichten auf eine kräftige Konjunkturbelebung in der nahen Zukunft seien allerdings unterschiedlich und nach Einschätzung der Experten in den USA am besten. Obwohl die US-Notenbank FED im Januar damit begonnen habe, sich von ihrem "Quantitative Easing" zu verabschieden, sei die Geldpolitik in den USA nach wie vor hochgradig stimulierend und hinke den Konjunktur- und Marktzyklen klar hinterher.
Am deutlichsten sei die wirtschaftliche Erholung in den Industrieländern sichtbar. An der Spitze stünden dabei die USA, die trotz harter staatlicher Sparmaßnahmen weiter solides Wachstum erreichen würden. Die Experten würden davon ausgehen, dass das Wachstum in den USA 2014 nach langer Zeit wieder über dem Trend liegen werde, da die übrigen Bereiche der Wirtschaft - insbesondere der Arbeitsmarkt - von der Erholung am Wohnimmobilienmarkt profitieren würden.
Nach Überzeugung der Experten habe die Konjunkturerholung in Europa ausreichend Fahrt aufgenommen, um für anhaltend positives Wachstum zu sorgen. Allerdings würden sie in Großbritannien eine stärkere Wachstumsbeschleunigung als in der Eurozone erwarten. Japans Wirtschaft profitiere zwar immer noch von der Stimulierung durch die Politik, stehe aber nach Meinung der Experten vor Herausforderungen. Und die Aussichten würden nach wie vor durch die Unsicherheit darüber getrübt, ob die "Abenomics" langfristig Erfolg haben würden.
Chinas Führung habe gezeigt, dass sie entschlossen sei, eine stärkere Wachstumsverlangsamung zu verhindern, sodass die Experten auch 2014 mit einer Wachstumsrate von 7 bis 7,5 Prozent rechnen würden. Allerdings würden sie auch Risiken sehen, die vom Aufbau hoher Lagerbestände und von einem anhaltend raschen Kreditwachstum ausgehen würden. Die Gefahr von Preisblasen und auch der von steigenden Lebensmittelpreisen, Löhnen und Gehältern ausgehende Inflationsdruck seien Argumente für eine härtere Linie in der Notenbankpolitik. Der Anstieg von Löhnen und Gehältern beeinträchtige zudem Chinas Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Schwellenländern wie Mexiko.
Nach Meinung der Experten stehe diese Entwicklung in Einklang mit den langfristigen Zielen von Chinas neuer Führungsriege, die die Expansion der Mittelschicht fördern wolle. Und sie weise auf eine breit angelegte Neuordnung der Wachstumsdynamik in den Entwicklungs- und Schwellenländern hin.
In Bezug auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen seien die Experten neutral positioniert. Denn sie würden einerseits solide Fundamentaldaten und andererseits eine nahezu angemessene Bewertung dieser Papiere sehen. Die Fundamentaldaten zu Unternehmensanleihen seien nach wie vor solide. Sie würden auf hoher Ertragskraft der Unternehmen, reichlich vorhandener Liquidität und auf einem knappen Angebot an Anleihen hoher Qualität basieren.
Dennoch seien die Experten vorsichtig, was die Beteiligung bei neuen Anleiheemissionen angehe; denn sie würden Anzeichen für mögliche Übertreibungen sehen. Außerdem könnte eine potenzielle Erhöhung der Volatilität wegen der Sorge um eine Wachstumsverlangsamung in China und der Möglichkeit, dass die von der FED anvisierte Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent in den nächsten sechs Monaten erreicht werde, die Rahmenbedingungen für risikobehaftete Finanzaktiva schwieriger machen.
In europäischen Unternehmensanleihen seien die Experten leicht übergewichtet, weil sich die Wirtschaftslage in Europa bessere und die finanziellen Rahmenbedingungen lockerer würden. Bei der Einzeltitelauswahl würden die Experten Unternehmensanleihen geringerer Bonität bevorzugen. Ihnen gefalle der Finanzsektor; denn für sie seien die abschließende Festlegung neuer Eigenkapitalregelungen und eine mögliche weitere geldpolitische Unterstützung durch die EZB positive Faktoren. Ebenfalls übergewichtet seien die Experten im Konsumgüterbereich und im Telekommunikationssektor wegen der anziehenden Verbrauchernachfrage bzw. wegen der branchenweiten Konsolidierung.
In High-Yield-Anleihen seien die Experten moderat übergewichtet. Die Renditen auf High-Yield-Papiere hätten sich zu Beginn dieses Jahres erfreulich entwickelt, und diese würden von einem breit angelegten Zinsrückgang sowie von hohen Mittelzuflüssen profitieren. Ihre Risiken hätten die Experten in letzter Zeit etwas zurückgefahren. Grund hierfür sei die Sorge, dass die Situation in der Ukraine die Volatilität am Markt erhöhen könnte. Auch wenn die Experten die Ukraine nicht als Risiko für die Fundamentaldaten von High-Yield-Papieren ansehen würden, bestehe ihrer Meinung nach die Möglichkeit von Kursrückgängen in diesem Marktsegment, sodass sich vielleicht gute Einstiegschancen bieten würden.
In den USA würden die Experten 2014 mit einer Wachstumsbeschleunigung rechnen. Allerdings seien die ersten Gewinnmeldungen etwas enttäuschend gewesen, und bestimmte Konjunkturindikatoren würden auf eine nachlassende Dynamik hinweisen. Dazu würden die Beschäftigungsentwicklung, die Ertragslage im Einzelhandel und die Schwäche einiger führender Technologieunternehmen gehören. Die jüngsten Bedenken in Bezug auf China und andere Schwellenländer sowie die anhaltende Unsicherheit darüber, in welche Richtung die US-Zinsen gehen würden, könnten in den nächsten Monaten zu einer Zunahme der Volatilität führen.
Trotz der am Markt herrschenden Unsicherheit im Hinblick auf verschiedene makroökonomische Aspekte würden die Experten davon ausgehen, dass weiterhin gute Fundamentaldaten von Unternehmensanleihen die Ausfallquoten nahe historischen Tiefständen halten würden. Nach ihrer Einschätzung würden Anleger, die High-Yield-Anleihen kaufen würden, gemessen an den tatsächlichen Ausfällen reichlich belohnt werden.
Was die Positionierung betreffe, würden die Experten Marktsegmente bevorzugen, die in einem durch stärkeres Wachstum geprägten Umfeld eine überdurchschnittliche Performance erreichen könnten. Dazu würden Unternehmensanleihen geringerer Bonität und konjunkturabhängige Sektoren wie gewerbliche Dienstleistungen, die Glücksspielbranche und der Wohnungsbau gehören. Daneben hätten die Experten eine Präferenz für Telekommunikationstitel, deren Bewertung durch M&A-Transaktionen Auftrieb erhalte. Untergewichtet seien sie dagegen im Versorgungs- und Gesundheitssektor, in der Metallindustrie und im Bergbau.
Im Bereich Schwellenländeranleihen würden die Experten auf breiter Basis rasch zunehmende Anlagechancen bei Hart- und Landeswährungs- sowie Unternehmensanleihen sehen. Nach ihrer Einschätzung würden die Fundamentaldaten der einzelnen Segmente und Länder immer weiter auseinanderdriften, sodass die Auswahl der richtigen Papiere aufgrund ihrer Bewertung maßgeblichen Einfluss auf die Performance habe. Nach den jüngsten Marktbewegungen seien die Anleihemärkte vieler Schwellenländer immer noch überverkauft, und es würden düstere Szenarien eingepreist, die nach Meinung der Experten vermutlich nicht eintreten würden.
Die jüngste Verkaufswelle bei auf Hartwährungen lautenden Staatsanleihen gebe Anlegern einen mehr als ausreichenden Ausgleich für Ausfallrisiken. Letztere seien nach Meinung der Experten angesichts der niedrigen Schuldenstände (in Prozent des BIP) vieler Schwellenländer weiterhin gering. Bei den Schwellenländerwährungen, deren Volatilität anhalten könnte, würden sich die Experten auf Länder wie Mexiko und Indien konzentrieren, die sie mit ihren Strukturreformen überzeugen würden. In den letzten Monaten hätten die Währungen von Schwellenländern und insbesondere die der "zerbrechlichen Fünf" (Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika und die Türkei) abgewertet. Bei auf Landeswährung lautenden Staatsanleihen würden die Experten Wertpotenzial in ausgewählten Märkten wie Brasilien und Mexiko, und zwar bei Papieren mit längeren Laufzeiten sehen.
Die Experten würden das Portfolio so positionieren, dass es von einer länger dauernden Wachstumsverlangsamung in China profitieren werde, wo die Staatsführung den Wandel von einem kreditfinanzierten Wachstumsmodell zu einem eher verbrauchsorientierten vorantreibe.
Letztlich würden Schwellenländeranleihen im Vergleich zu anderen Segmenten des Rentenmarkts überzeugende Renditeaussichten bieten. Der Schlüssel zur Generierung von Alpha in dieser Anlageklasse liege nach Meinung der Experten darin, mithilfe von Fundamentalanalysen nach der Bottom-up-Methode die attraktivsten Anlagechancen herauszufiltern.
Die Experten würden meinen, dass es 2014 so weitergehen werde, wie 2013 geendet habe. Ein lang anhaltender und möglicherweise signifikanter Zinsanstieg in den USA sei wahrscheinlich. Zunächst dürfte dieser Trend zu höheren Zinssätzen für Unruhe sorgen. Die Experten würden aber davon ausgehen, dass er mehrere Jahre andauern könnte. Eine Normalisierung der Zinsen an den Rentenmärkten anderer großer Volkswirtschaften in Relation zu den USA könnte auf sich warten lassen. Allerdings würden die Experten glauben, dass die Zinsen dort in den meisten Fällen langfristige Tiefstände erreicht hätten oder sich in der Nähe solcher Tiefstände befinden würden.
Ein durch steigende Zinssätze geprägtes Umfeld habe erhebliche Konsequenzen für Anleger am Rentenmarkt. Traditionelle Rentenportfolios (für die bspw. der Barclays US Aggregate, der Global Aggregate oder andere Indices als Benchmark dienen würden), die sich auf das Zinsänderungsrisiko konzentrieren würden, würden gegenwärtig möglicherweise nicht mehr dieselben Vorzüge wie in der Vergangenheit besitzen. Deshalb würden traditionelle Ansätze für Investments am Rentenmarkt nach Überzeugung der Experten nur begrenzte Diversifizierungsvorteile gegenüber riskanteren Vermögenswerten und ein wenig attraktives Ertragspotenzial bieten. Zudem würden sie in einem durch steigende Zinssätze geprägten Umfeld das Risiko negativer Gesamtrenditen beinhalten.
Aktiv gemanagte und "flexible" Rentenportfolios könnten zur Minderung dieses Risikos beitragen. Nach Ansicht der Experten könnten flexible Rentenportfolios eine Antwort auf diese strategische Herausforderung sein. In einem typischen flexiblen Portfolio betrage das Durationsrisiko im Ausgangspunkt null, und andere Risikofaktoren wie das Kreditrisiko könnten im Hinblick auf das Renditepotenzial eine größere Rolle spielen. Mit einem solchen Ansatz würden sich nach Meinung der Experten bei allen Marktbedingungen und in jeder wirtschaftlichen Situation positive Gesamtrenditen erzielen lassen - auch in lang anhaltenden Phasen mit steigenden Zinssätzen.
Die potenziellen Vorteile flexibler Rentenportfolios würden von der Fähigkeit des Portfoliomanagers abhängen, alle am globalen Rentenmarkt vorhandenen Risikofaktoren zu beurteilen, die Positionsgrößen ausgehend vom risikobereinigten Renditepotenzial festzulegen und Risiken mit taktischen Umschichtungen und Absicherungsstrategien zu steuern. Nach Meinung der Experten lasse sich dies mit Hilfe eines systematischen und wiederholbaren Prozesses für die Risikoverteilung erreichen. Und auf einen solchen Prozess setze der Fixed Income-Bereich von GSAM seit mehr als zehn Jahren.
Vor diesem Hintergrund würden die Experten auf Wachstum ausgerichtete Rentenpapiere bevorzugen und solche meiden, die stärker von der Liquidität abhängig seien. Global betrachtet sei die Geldpolitik nach wie vor sehr locker. Da die US-Notenbank aber ihre Anleihekäufe sukzessive zurückfahre, habe der Liquiditätssuperzyklus seinen Höhepunkt sicherlich schon überschritten.
Die Experten seien zurückhaltend in Bezug auf Papiere, die unmittelbar von der Stimulierung durch die FED profitiert hätten. Dazu würden US-Staatsanleihen und von US-Hypothekeninstituten begebene, hypothekarisch besicherte Papiere (MBS) gehören. Die Experten würden glauben, dass sich die Rücknahme des Quantitative Easing auf andere Anlageklassen weniger auswirken werde; denn die Märkte hätten Zeit gehabt, sich anzupassen, und die FED betone, dass die Drosselung ihrer Anleihekäufe nicht mit Zinserhöhungen zu verwechseln sei.
Nach den vorsichtigsten Prognosen der für die Geldpolitik Verantwortlichen sei 2016 mit einer ersten Zinserhöhung zu rechnen. Doch die Experten von Goldman Sachs Asset Management meinen, dass ein unerwartet schneller Rückgang der Arbeitslosigkeit die FED schon viel früher zum Handeln zwingen könnte. Sie würden glauben, dass es wahrscheinlich 2015 die ersten Zinserhöhungen geben werde, und ihrer Meinung nach überwiege das Risiko, dass es eher früher als später dazu kommen werde.
Einen dynamischen und diversifizierten Ansatz zu verfolgen, sei in diesem Umfeld eine gute Grundlage für Investments. Die Experten von Goldman Sachs Asset Management sehen in einer flexiblen Rentenmarktstrategie den besten Ansatz, um unter den aktuellen Marktbedingungen Portfolios zu managen. (14.03.2014/alc/a/a)
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