Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das war eine tolle Zeit. Die Renditen der 10-jährigen Regierungsanleihen waren an den internationalen Rentenmärkten im Trend 32 Jahre lang gesunken, von ihren Gipfel in 1982 bis jetzt, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Zwischendurch seien immer wieder einmal marktübliche Schwankungen aufgetreten, doch schließlich sei in den wichtigsten Währungen im Mai 2013 der Tiefpunkt erreicht worden. Unter den frei konvertierbaren Währungen würden die Rentenmärkte in USD, EUR und GBP einen immer paralleler werdenden Trend bilden. Japanische Anleihen (JGBs) könnten ausgeklammert werden, da sie praktisch ausschließlich von inländischen Institutionellen gehalten würden. Staatsanleihen in anderen frei handelbaren Währungen (CHF, AUD (Australischer Dollar); CAD (Kanadischer Dollar) usw.) würden zusammen nur rund 4% des gesamten Weltmarktes umfassen.
Volkswirtschaftlich wäre die Rückführung ohnehin angebracht, da eine ständige Finanzierung öffentlicher Schulden durch die Notenpresse der Zentralbanken eine Gefahr für das ganze Finanzsystem darstelle. Eine Rückführung von QE müsste aber durch Bemühungen der Regierungen begleitet werden, mit Reformen zumindest die Neuverschuldung zu senken und den Abbau des bestehenden Schuldenberges in Aussicht zu stellen. Das Versprechen, die Leitzinsen noch lange bei rund 0% zu halten, stehe einer solchen Entwicklung nicht entgegen, wenn in Antizipation dieser Risiken sich die Renditenstrukturkurve an den Märkten versteile.
Eine Trendwende an den Rentenmärkten mit wieder steigenden Renditen werde wahrscheinlich nicht schon in 2013 einsetzen. Doch im Jahresverlauf 2014 werde das immer wahrscheinlicher, sodass sich besondere die großen Rentenfonds sehr früh darauf einstellen würden. Betroffen werden davon seien Staatsanleihen, Hypotheken, Unternehmensanleihen, Anleihen von Schwellenländern u.a. (Ausgabe vom 05.08.2013) (06.08.2013/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de