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25.07.13 16:45
Euro-Bund-Future als Sorgenthermometer, internationale Emittenten zapfen deutschen Kapitalmarkt an

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Es ist zwar inzwischen möglich, via Internet ärztlichen Rat zu erhalten, aber dennoch ist es immer noch besser, sich in die Sprechstunde zu begeben. Dies birgt sowohl Vorteile für den Patienten als auch für den Arzt, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Somit habe er sich kurzfristig dazu entschieden, sich vom Gesundheitszustand eines der größten Sorgenkinder in Euroland, Italien, ein eigenes Bild zu verschaffen. Daher sei er nach Rom gereist und habe auf Goethes Spuren gewandelt. In Rom angekommen, habe er sehr schnell die Unterschiede der Lebenskulturen bemerkt. Bereits am Flughafen sei alles in einer für Deutschland ungewöhnlichen Ruhe und Gelassenheit abgelaufen.

Der Spruch: "Komm' ich heut' nicht, komm' ich morgen" sei sicherlich von einem Italiener geprägt worden und sei schon bei der Gepäckausgabe deutlich geworden. Endlich im Besitz der Koffer sei es mit dem Auto in die Stadt gegangen. Verkehrs- und Verbotsschilder würden in einer Art und Weise missachtet, die in Deutschland nicht denkbar wäre.

Aber eines müsse man sagen, es gehe auch so und nervenschonender sei es allemal. Für penible Menschen sei es zwar zu Beginn eine Höllenqual, aber durchaus nach einiger Zeit auch heilsam, das Dolce Vita. Ein besonderes Erlebnis für ihn sei der Anblick von drei Handwerkern auf dem Forum Romanum gewesen, die sich mit der Fertigstellung einer alten Straße nach römischem Vorbild beschäftigt hätten. Unter dem sinnvollen Sonnensegel habe ein Arbeiter die in Mörtel verlegten Steine vorsichtig von überflüssigem Mörtel befreit, während ihm seine beiden Kollegen dabei liebevoll zugesehen hätten. Bei diesem Anblick sei ihm klar geworden, dass innerhalb Europas und insbesondere Eurolands sehr unterschiedliche Mentalitäten aufeinander treffen würden.

Denn im Speziellen mache Italien immer wieder deutlich, dass man sich nicht mehr an die Versprechungen von vor einigen Monaten erinnern könne. Damals wollte man zur Sanierung des maroden Staatshaushalts die Steuern erhöhen, aber das sei inzwischen teilweise zurückgenommen worden. Somit riskiere man eine neue Milliarden-Haushaltslücke und neuen Ärger an den Kapitalmärkten. Aber nicht nur Italien mache, was es wolle. Auch Spanien greife immer wieder zu Mitteln, die gegen die guten Sitten verstoßen würden. Bis 2012 habe es als tabu gegolten, sich beim Reservefonds der Sozialversicherung zu bedienen. Aber bereits im vergangenen Jahr seien 14 Mrd. EUR und in 2013 bisher 4,5 Mrd. EUR entnommen worden.

Bisher sei man in Deutschland immer davon ausgegangen, dass man die anderen Staaten nach seinem Vorbild formen müsse. Dabei drohe man allerdings moralisch und finanziell vor die Hunde zu gehen. Daher gelte es, den Spagat zu schaffen zwischen deutschem Pflichtbewusstsein und südlichem Dolce Vita. Zumindest im Urlaub gelinge dies ja auch. Nur so werde es auch für Deutsche möglich sein, an die gemeinsame Zukunft in Europa zu glauben. Und schließlich sei das Forum Romanum, wo dem Analysten solche Gedanken gekommen seien, Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens in Rom gewesen, wo man einst heftig um neue Lösungen gerungen habe.

Es erinnere an das Licht am Ende des Tunnels, sozusagen des Euro-Tunnels, was der Einkaufsmanagerindex (EMI) für die Eurozone verbreite. Weil er auf den höchsten Stand seit 18 Monaten gestiegen sei, werde wieder so etwas wie wirtschaftliche Belebung signalisiert. Der Konjunkturindikator sei von 48,7 Punkten im Vormonat auf 50,4 Zähler gestiegen, habe das Forschungsunternehmen Markit in London verkündet. Besonders zuversichtlich würden die Zahlen aus Deutschland stimmen, die auf eine kräftige Wachstumsbelebung hindeuten würden. Der Indikator für die Industrie habe wieder in den Wachstumsbereich gedreht und den höchsten Stand seit Februar 2012 erreicht. Im Servicesektor sei der Indikator wesentlich stärker als erwartet gestiegen.

Überraschend deutlich sei auch die Erholung in Frankreich gewesen. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor sei die Kennzahl stärker als erwartet angestiegen. Der Industriewert sei sogar auf den höchsten Stand seit 17 Monaten gesprungen. Allerdings seien hier beide Werte unter der Expansionsschwelle geblieben.

Grundsätzlich habe sich in Frankreich das Vertrauen der Unternehmer in die wirtschaftliche Entwicklung im Juli überraschend deutlich aufgehellt. Denn auch der Geschäftsklimaindikator sei von 93 Punkten im Vormonat auf 95 Punkte angestiegen, wie die Statistikbehörde Insee in Paris mitgeteilt habe. Volkswirte hätten lediglich einen Anstieg auf 94 Punkte erwartet. Die Märkte seien freilich skeptisch geblieben. So seien die Spreads auf französische Staatsanleihen sogar leicht angestiegen. Die Rendite für einen 10 Jahre laufenden Bond (ISIN FR0011486067 / WKN A1HKFP) aus Paris habe binnen Wochenfrist von 2,196% auf 2,242% zugelegt.

Vorsichtig aufkeimende Zuversicht gebe es auch in Spanien, wo die wirtschaftliche Talfahrt kräftig abgebremst worden sei. Wie die Madrider Zentralbank verkündet habe, sei die Wirtschaft des Euro-Krisenlandes im zweiten Quartal 2013 zum Vorquartal nur noch um 0,1% geschrumpft. Im ersten Quartal habe das Minus noch bei 0,5% gelegen.

Die Zentralbank habe die Entwicklung vor allem mit der dynamischen Nachfrage in der Exportwirtschaft begründet. Als Folge dieser Nachrichten könne sich Spanien deutlich günstiger als zuletzt am Kapitalmarkt refinanzieren. Im zehnjährigen Bereich seien die Renditen von 4,724% auf 4,66% zurückgegangen, wie es beispielhaft an einer Staatsanleihe (ISIN ES00000123X3 / WKN A1HK7U) aus Madrid mit einer Laufzeit bis 10/2023 deutlich werde.

Zumindest vorübergehend sei in Lissabon die Kuh "Regierungskrise" vom Eis. Portugals Präsident Anibal Cavaco Silva habe der konservativen Regierung sein Vertrauen ausgesprochen, womit die Gefahr von Neuwahlen zunächst gebannt scheine. Prompt seien die Renditen für portugiesische Staatsanleihen am Montag kräftig gefallen. So sei die Rendite einer portugiesischen Staatsanleihe (ISIN PTOTEAOE0021 / WKN A0TWJE), die 10/2023 fällig werde, binnen Wochenfrist von rund 7,11% auf 6,27% zurückgegangen.

Trotz aller Hoffnungsschimmer, die diese Zahlen verbreiten würden, dürften freilich die weiter existierenden Risiken nicht aus den Augen verloren werden. Dazu würden eine weiterhin mögliche Verschärfung der Finanzkrise, Schwierigkeiten beim Abbau der staatlichen und privaten Schulden und die zum Teil enorm hohe Arbeitslosigkeit in den Peripherieländern gehören.

Denn die Staatsverschuldung der Eurozone sei auf den Rekordstand von 92,2% der Wirtschaftsleistung gestiegen, was sage und schreibe 8,75 Bill. EUR entspreche. Daher seien diese einsetzenden Erholungstendenzen nicht mehr als zarte Pflänzchen, von denen man noch nicht wisse, wie sie sich entwickeln würden. Die Signale höre man gerne, alleine, ob diese von einer nachhaltigen Besserung künden würden, möge man bezweifeln. Jubel über das Licht am Horizont wäre jedenfalls verfrüht.

Immer noch nicht konsequent genug auf Spar- und Sanierungskurs scheine indessen Griechenland zu sein. Nachdem es Athen versäumt habe, 5 der 22 von den internationalen Kreditgebern geforderten "vorrangigen Maßnahmen" umzusetzen, drohe nun eine Verzögerung bei der Auszahlung der nächsten Hilfstranche. Das Ergebnis sei noch offen.

Auf ihrer Suche nach Anleihen mit halbwegs ordentlicher Rendite und einem überschaubaren Risiko seien die Anleger in dieser Woche unter anderem bei einem Bond von General Electric (ISIN XS0954025267 / WKN A1HNRF) fündig geworden, der bis 7/2020 laufe und eine Rendite von ca. 2,24% aufweise. Auch nach einem Titel (ISIN XS0953199634 / WKN A1X24V) von Continental mit Fälligkeit 7/2018 und einer Rendite von ca. 2,40% habe es Nachfrage gegeben. Ebenso auf den Kauflisten habe ein Corporate Bond (ISIN XS0878010718 / WKN A1HE5D) der RWE gestanden, der mit ca. 2,04% rentiere und bis 1/2020 laufe.

Wie sicherheitsbewusst viele Anleger nach wie vor seien, zeige der Umstand, dass auch Anleihen von als noch sicherer geltenden Schuldnern mit einer deutlich niedrigeren Rendite gesucht gewesen seien. So hätten sogar ein Bond (ISIN DE000A1C9VQ4 / WKN A1C9VQ) von Daimler mit ca. 1,08% Rendite und Laufzeit 1/2017 sowie eine Anleihe (ISIN XS0836260975 / WKN A1RE7C) der BASF mit ca. 1,14% Rendite und Laufzeit 10/2018 ihre Abnehmer gefunden. Es gebe eben genügend Anleger, so sei dies zu deuten, die dem Braten der beruhigten Märkte doch nicht trauen würden.

Es sei so etwas wie ein Blick in die Zukunft, den Jörg Asmussen skizziere. Europa habe einen harten Weg vor sich. Das glaube aber nicht nur EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen, der "harte und schwierige Anpassungsprozesse" sehe und zwar für noch mindestens 10 Jahre. Und dennoch gebe es für ihn keine Alternative zur Sparpolitik der Staaten. Asmussen sei überzeugt davon, dass es notwendig sei, um den Euro am Leben zu erhalten, "unter harten politischen Auflagen" Staatsanleihen aufzukaufen und zwar "gegebenenfalls unbegrenzt".

Die EZB werde eine expansive Geldpolitik betreiben und zwar "solange sie erforderlich ist". Begrenzt sei allerdings das Mandat der EZB, wenn es um die Disziplinierung der Euroländer gehe. Wenn nämlich ein Land seinen Haushalt nicht konsolidiere oder die Banken entschulde, dann, ja dann könne die Europäische Zentralbank auch nichts machen.

Die SPI Electricity & Gas Australia, ein Stromnetzbetreiber sowie Strom- und Gasvertriebsunternehmen, habe eine 7-jährige Anleihe (Fälligkeit 7/2020 / ISIN XS0953783239 / WKN A1HNQM) im Volumen von 500 Mio. EUR begeben. Zunächst zu +95 bps bis +100 bps über Mid Swap erwartet, sei die Platzierung mit +95 bps über Mid Swap am unteren Rand der Erwartungen erfolgt. Der Kupon betrage 2,375%, was einem Kurs von 99,663% entsprochen habe.

General Electric, einer der größten Mischkonzerne der Welt, habe ebenfalls eine 7-jährige Anleihe (Fälligkeit 7/2020) platziert. Der Kupon habe 2,25% betragen. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN XS0954025267 / WKN A1HNRF) bei +85 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 1 Mrd. EUR. Der Emissionspreis sei bei 99,636% fixiert worden.

Der japanische Automobilhersteller Toyota habe eine Anleihe (ISIN XS0954684972 / WKN A1HNT6) im Volumen von 1 Mrd. EUR und mit einem Zinssatz von 1,80% emittiert. Die Schuldverschreibung werde in 2020 zurückbezahlt. Für konservative Anleger stelle der Bond aufgrund der Mindeststückelung von 1.000 EUR durchaus eine Alternative zu den deutschen Autowerten dar.

Aber auch das russische Erdgasunternehmen Gazprom sei am Kapitalmarkt aktiv geworden. Um eine 900 Mio. EUR schwere Anleihe (ISIN XS0954912514 / WKN A1HNXH) erfolgreich platzieren zu können, habe man den Investoren einen Kupon von 3,70% bieten müssen. Die Anleihe werde in 2018 zurückbezahlt und habe sich in der ersten Handelswoche sogar um ca. 30 Basispunkte verteuert.

Dass es vielleicht doch nicht unbegrenzt mit der "ultralockeren Geldpolitik" weitergehen könne, darauf weise der Internationale Währungsfonds (IWF) hin. Diese müsse "vorsichtig heruntergefahren werden", fordere IWF-Direktorin Christine Lagarde von allen Notenbanken. Dabei sei "Filigranarbeit" notwendig. Schließlich hätten die massiven Geldspritzen schon zu unwillkommenen Kapitalzuflüssen für manche Schwellenländer geführt, die nun mit der Gefahr von Preisblasen konfrontiert seien.

Den Industrieländern lege der IWF eine kurzfristige Stärkung des Wachstums sowie eine mittelfristig ausgerichtete Haushaltskonsolidierung nahe. Denn die Stärke der Konjunkturerholung sei "einmal mehr" enttäuschend, und der Ausblick habe sich weiter abgeschwächt. Einen Aktionsplan für kurzfristig mehr Jobs und Wachstum wollten die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer nun auf ihrem G20-Gipfel in Moskau erarbeiten. Man werde sehen, was daraus werde.

Der Geist zum Schuldenabbau möge zwar willig sein, aber ob das Fleisch nicht wieder schwach werde? Nun wolle sich die Bundesregierung auf dem G20-Treffen in Moskau für konkrete Vorgaben zur Sanierung der nationalen Haushalte stark machen. Nach den Vorstellungen aus Berlin sollten mittelfristige Ziele zum Schuldenabbau bis 2016 festgezurrt werden. Über absolute Zahlen könne man noch reden, heiße es, aber die Dynamik müsse klar sein. Das komme bekannt vor?

Nun ja, bereits im so genannten Toronto-Vertrag, der nun auslaufe, hätten sich die Staats- und Regierungschefs 2010 zum Ziel gesetzt, bis 2013 ihre Haushaltsdefizite zu halbieren. Und was sei daraus geworden? Heiße Luft! Nur leider sei diese nicht als Fernwärme nutzbar.

Auch Christiano Ronaldos Beine sollten inzwischen in der EZB-Bilanz stecken. Die spanische Sparkassengruppe Bankia habe ein forderungsbesichertes Papier konstruiert, mit dem es Real Madrid ermöglicht worden sei, den portugiesischen Fußballstar einst zu kaufen. Nun solle dieses Papier als Sicherheit bei der EZB hinterlegt worden sein, nachdem diese die Anforderungen an Pfänder radikal gesenkt habe.

Seit kurzem akzeptiere die Zentralbank als Sicherheit für Finanzierungsgeschäfte der Banken nicht mehr nur erstklassige Wertpapiere, sondern habe die Ratinganforderungen für die umstrittenen Kreditverbriefungen, die Asset Backed Securities (ABS), von der Bestnote AAA auf A gesenkt. Immerhin seien es ja gerade solche Giftpapiere gewesen, die 2008 entscheidend zur Finanzkrise geführt hätten.

Die einstigen Giftpapiere seien aber inzwischen anders zu beurteilen, würden die Pragmatiker unter den EZB'lern sagen. Asset Backed Securities seien heute viel transparenter als damals und daher ihre Risiken leichter einzuschätzen. Die Botschaft würde man wohl hören, allein fehle der Glaube. Und so sei es wohl auch Jürgen Stark ergangen. Die Bilanz des Eurosystems sei nicht nur in der Dimension gigantisch, sondern auch in ihrer Qualität erschreckend, habe der frühere EZB-Chefvolkswirt die Senkung der Anforderungen an die Pfänder der EZB kommentiert. So möge man hoffen, dass Ronaldo weiterhin unverletzt bleibe.

Was früher eine blühende Auto-Stadt gewesen sei, sei heute eine heruntergekommene Stadt mit kaum Hoffnung. Am Ende eines langen Niedergangs sei Detroit nur der Weg in die Pleite geblieben. Mit 18 Mrd. US-Dollar Schulden sei die Stadt in Michigan zum größten Pleitefall einer Kommune in der Geschichte der USA geworden. Das Insolvenzverfahren werde nach Chapter 9 abgewickelt, ähnlich wie Chapter 11 für Unternehmen, um Kommunen zu helfen, einen Teil ihrer Schulden los zu werden und die übrigen besser bedienen zu können. Wichtigster Unterschied sei, dass die Kommune Verträge mit eigenen Bediensteten stärker ändern dürften als Unternehmen nach Chapter 11.

Dies bedeute, dass vor allem die Gesundheitsversorgung derer stark beschnitten werden dürfte, die zu ihrer aktiven Zeit in jeglicher Art und Weise den Kopf für die Gemeinschaft hingehalten hätten: pensionierte Polizisten und Feuerwehrleute. Entsprechend seien die Kurse für Detroit-Anleihen in den Keller gerauscht. Und wenn es stimme, was das "Handelsblatt" schreibe, dann habe auch ein deutsches Institut Bonds der Pleitestadt in ihren Büchern: die Bad Bank der kollabierten Hypo Real Estate. Mittendrin, statt nur dabei. Anscheinend auch das Motto der Commerzbank.

Während der vergangenen Handelswochen sei eine starke Korrelation zwischen dem Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) und der Großwetterlage in München zu beobachten. Gemächlich, aber stetig, habe man sich der 30 Grad Marke (144,00%) genähert. Das Hoch "Bernanke" habe, am vergangenen Mittwoch, dem Sorgenthermometer den entscheidenden Impuls gegeben, woraufhin ein neues Sieben-Wochen-Hoch bei 144,37% markiert worden sei.

Allerdings folge auf jedes Hoch auch ein Tief und so sei es am gestrigen Mittwoch zu einem Wärmegewitter in Form eines positiven europäischen Einkaufsmanagerpreisindices gekommen, was in München einen Temperaturrückgang auf 21 Grad (142,31%) zur Folge gehabt habe.

Dennoch lohne sich auch weiterhin ein Blick auf die Charttechnik, denn nach oben habe sich im Bereich um 144,40% ein ernstzunehmender Widerstand (mehrere Tiefs im Mai) herausgebildet. Nach unten sei als erste Unterstützung der Bereich um 142,70% (mehrere Hochs im Juli) und anschließend die psychologisch wichtige Marke bei 141% zu sehen.

Trotz politischer Sommerflaute stünden auch in den nächsten Wochen die finanzpolitischen Sorgenkinder im Fokus der Börsianer und würden, neben einer Flut an Konjunkturdaten, für Wetterumschwünge sorgen. Es seien also weiterhin neue Hitzerekorde und Wärmegewitter möglich.

In dieser Handelswoche hätten sowohl Frankreich und die Niederlande als auch Belgien dem Markt durch die Aufstockung diverser Altemissionen Material, mit Laufzeiten zwischen zwei und 28 Jahren, zur Verfügung gestellt. Aber auch die USA seien weiterhin auf die Unterstützung der Investoren angewiesen.

Mit einem verbesserten Ausblick durch die Rating-Agentur Moody's, der von Verschwörungstheoretikern als amerikanisches Zusammenhalten gewertet worden sei, dürfte es allerdings unproblematisch sein, 99 Mrd. US-Dollar mittels US-Bonds mit Laufzeiten zwischen zwei und sieben Jahren zu platzieren. Gestern sei allerdings die Auktion der fünfjährigen T-Notes sehr schleppend verlaufen.

Bereits zu Wochenbeginn habe die Bundesrepublik von den Unsicherheiten an den Märkten profitieren und zwölfmonatige Schatzanweisungen zum halben Satz von vor einem Monat begeben können. Habe am 24. Juni des Jahres noch eine Rendite von 0,1229% akzeptiert werden müssen, so habe nun bei einer ebenfalls 1,9-fachen Überzeichnung der Satz auf 0,0513% gesenkt werden können.

In den vergangenen Handelstagen habe sich der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder von seiner etwas stärkeren Seite präsentieren können. Das habe nicht zuletzt mit guten Konjunkturdaten und einer gewissen Entspannung des portugiesischen Polit-Theaters zusammengehangen. Dennoch verharre der Euro aktuell bei 1,3215 USD weiterhin unter dem charttechnischen Widerstand zwischen 1,3240 und 1,3290 USD. Bei einem erneuten Aufflammen altbekannter Glutnester sei aber alles möglich. Denn auch in den kommenden Handelstagen werde den Märkten eines fehlen, ein klarer Trend!

So sei die Türkische Lira gegenüber dem Euro zwar seit Jahresanfang u.a. wegen der Unruhen in Istanbul unter Druck gewesen, aber nach der jüngsten Zinsentscheidung der Türkischen Notenbank habe sich der Trend etwas umkehren können. Aktuell notiere der Euro bei 2,5370 TRY. Somit habe die beschlossene Erhöhung des Lombardsatzes um 75 BP den gewünschten Effekt gehabt. Es gebe allerdings auch Notenbanken, die den umgekehrten Weg beschreiten würden. So habe die ungarische Notenbank den Leitzins zum zwölften Mal hintereinander gesenkt. Davon habe die europäische Gemeinschaftswährung der Analysten profitiert und der Euro notiere aktuell bei 296,23 HUF.

Da sich die Situation in Euroland immer noch nicht signifikant verbessert habe, gelte auch weiterhin für Investoren, dass man auf einem Bein alleine nicht stehen sollte. Weitere Standbeine würden somit auch in den nächsten Monaten Fremdwährungsanleihen auf Norwegische Kronen, Türkische Lira, Australische und Amerikanische Dollar darstellen, die unverändert im Fokus der Anleger stünden.

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