Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es genügte die Ankündigung eines kommenden Einstiegs in den Ausstieg von QE3, um die Börsen weltweit auf Talfahrt zu schicken, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Die Leitzinsen würden aber wohl noch zwölf Monate auf jetzigem Stand bleiben. Sie hätten in den Industrieländern und in den Schwellenländern historische Tiefstände erreicht. Ziehe man von den Geldmarktzinsen noch die Inflationserwartungen ab, dann ergebe sich in den Industrieländern eine negative Realverzinsung und in den Schwellenländern eine von rund 0%. Dahinter stehe die Absicht der Zentralbanken, Anlagen an den Geldmärkten möglichst unattraktiv zu gestalten, damit das Geld in die Realwirtschaft fließe und das Wirtschaftswachstum fördere.
Da es nun einmal kein Perpetuum Mobile gebe, müsse ein anderer Sektor durch den negativen Realzins belastet sein. Das seien die Sparer. Sie müssten die Last tragen, indem sie in realer Rechnung quasi enteignet würden. Allzu niedrige Leitzinsen hätten eben auch gravierende Nachteile. Ersparnisse und Pensionen würden weniger Erträge erzielen und den Konsum bremsen. Um das auszugleichen, nehme die Risikoaversion der Anleger ab. Die gesamte Zinsstrukturkurve werde verzerrt, Kredite würden nicht mehr optimal in produktive und aussichtsreiche Investitionen fließen und könnten dadurch neue Krisen auslösen. Niedrige langfristige Zinsen würden die Risiken nicht richtig einpreisen und zu waghalsigen Investitionen verführen.
Regierungen, Institutionen und Finanzmarktteilnehmer müssten erkennen, welche Herausforderungen auf sie zukämen, wie es die BIS formuliere, bei einer unvermeidlichen und wünschenswerten Normalisierung der Zinsstruktur. Portfolios müssten jetzt schon auf die kommenden Belastungen ausgerichtet werden. (Ausgabe vom 23.06.2013) (24.06.2013/alc/a/a)
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