Köln (www.anleihencheck.de) - 1994 waren es die USA, die den geldpolitischen Straffungszyklus anstießen, als sich die FED daran machte, stetig an der Zinsschraube zu drehen und den Leitzins so in knapp einem Jahr von 3 auf 6 Prozent zu heben, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.
Heute würden nicht nur viele Anleiheinhaber und andere Investoren befürchten, dass sich dies wiederholen könnte, sobald die Zentralbanken der Meinung seien, der Aufschwung habe "Fluchtgeschwindigkeit" erreicht. Für manche sei dies ein Grund, sich gänzlich von Anleihen zu verabschieden. Argumentiert werde, dass ein steiler Anstieg der Zinsen zu einem Einbruch der Anleihekurse und damit zu Negativrenditen für Fixed-Income-Investoren führen würde. Das sei natürlich eine Binsenwahrheit. Wenn man sich das Geschehen von 1994 anschaue, müsse man konstatieren, dass die Anleihekurse als Reaktion auf die FED-Maßnahmen tatsächlich deutlich gefallen seien.
Bei Anleihen hätten die Total Returns (über einen Zeitraum von einem Jahr) nach dem anfänglichen Preisschock eine positive Gesamtrendite von nahezu 12 Prozent in Großbritannien und den USA bedeutet. Auch die Aktienkurse hätten sich erholt. Daran zeige sich, dass die geldpolitische Straffung als Reaktion auf ein lebhafteres Wirtschaftswachstum erfolgt sei. Anzunehmen, dass eine Periode der geldpolitischen Straffung keinerlei Finanzanlagen etwas anhaben werde, wäre sicher unklug. In jedem Fall sollte man sich an einem längeren Zeithorizont orientieren.
Sofern mit einer gestärkten Wirtschaft auch die Zinsen steigen würden, würden Aktienanleger letztlich von einem kräftigen Gewinnwachstum profitieren. Anleiheinvestoren hätten dann die Chance, frisches Geld zu höheren Zinsen anzulegen. An den Anleihemärkten dauere eine "Bärenstimmung" glücklicherweise nie lange. (13.05.2013/alc/a/a)
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