Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Was ist eigentlich unter dem Terminus zu verstehen, "die Zentralbanken drucken Geld", fragt sich Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Als Maßstab für das "Gelddrucken" sei die Entwicklung der Summe der Zentralbankbilanz anzusehen. Wenn eine Notenbank mit ihrer Geldpolitik "quantitative Lockerungen" (QE) beschließe, kaufe sie im Markt befindliche Staatsanleihen oder Hypotheken besicherte Wertpapiere. Diese würden dann auf der Aktivseite der Bilanz erscheinen und die Bilanzsumme erhöhen.
Ursache sei der Schuldendienst der öffentlichen Hände (= Zinszahlungen + Tilgungen). Selbst wenn die Zinsen noch lange niedrig bleiben würden, so müssten doch ständig alte Anleihen bei Fälligkeit getilgt werden. Da die öffentlichen Haushalte aber nicht sparen würden, werde die fällige Anleihe einfach durch eine neue refinanziert. Der Hinweis der Notenbanken selbst, dass sie aus dem Programm der quantitativen Lockerungen jederzeit wieder aussteigen könnten, werde immer unglaubwürdiger. Wer solle denn da die Neuverschuldung finanzieren? Bestände zu verkaufen, sei ohnehin unmöglich geworden. Bestände durch Tilgungen allmählich abzuschmelzen, sei ebenfalls unmöglich, denn wer solle sie refinanzieren. Privatanleger würden mangels realer Verzinsung (nach Steuern und Inflation) als Käufer ausfallen.
Die Anleger sollten Festverzinsliche mit Laufzeiten über zwei Jahren meiden. (02.05.2013/alc/a/a)
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