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25.04.13 08:52
Schwacher ifo befeuert Leitzinssenkungsfantasie, Bund-Future seitwärts erwartet

Essen (www.anleihencheck.de) - Nach den schwachen Werten der Einkaufsmanagerindices konnte gestern der ifo-Geschäftsklimaindex ebenfalls nicht recht überzeugen, so die Analysten der National-Bank AG.

Es sei deutlich geworden, dass Deutschland allmählich die Auswirkungen der wirtschaftlichen Schwäche des übrigen Euroraums zu spüren bekomme. In einigen Unternehmensergebnissen, die jüngst veröffentlicht worden seien, schlage sich das gleichfalls nieder. Dementsprechend würden diejenigen Politiker, die eine Lockerung der Sparanstrengungen für Europa fordern würden, immer mehr Gehör und Zulauf erhalten. Unklar sei jedoch, wie das finanziert werden könnte. Derzeit seien die Renditen für italienische, spanische, portugiesische usw. Staatsanleihen wieder deutlich gesunken.

Darauf zu bauen, dass die Marktteilnehmer bei einer Lockerung der Konsolidierungspolitik den Peripherieländern in Zukunft günstige Refinanzierungskonditionen gewähren würden, sollte die Politik besser nicht. Die Defizite und Verschuldungsquoten der Peripherie, aber nicht nur dort, seien weiterhin ungesund hoch. Außerdem würden vergleichsweise niedrige Renditen für Staatsanleihen wenig nützen, wenn sie sich nicht auf die Zinsen für Unternehmenskredite auswirken würden. Dort sei der Transmissionsmechanismus aber weiterhin gestört. Die Finanzdienstleister seien bei der Kreditvergabe restriktiv.

In Italien solle es nun Enrico Letta richten. Er sei vom Staatschef mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Während nach der Wiederwahl von Napolitano noch Optimismus geherrscht habe, die Regierungsbildung könne ohne Neuwahlen klappen, würden die Stimmen nun wieder skeptischer. In etwa zwei bis drei Tagen dürften wir wissen, ob es funktionieren wird oder ob es doch Neuwahlen geben muss, so die Analysten der National-Bank AG.

Ganz langsam dürften die Notenbanken in den Fokus der Marktteilnehmer rücken: Heute und morgen tage die BoJ. Man dürfe gespannt sein, womit der japanische Notenbankchef die Märkte dieses mal überraschen werde, denn es gebe durchaus die Erwartungshaltung, dass die BoJ noch einmal "nachlegen" werde. Und in der nächsten Woche seien dann FED und EZB dran.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte wenig verändert in den Handel starten. Die Konjunkturdaten würden wahrscheinlich wenig Einfluss auf seine Entwicklung haben. Die Ansprachen der europäischen Notenbanker, die sich heute im Tagesverlauf äußern würden, dürften schon eher Wirkung auf die Entwicklung des Bund-Futures haben. Diese würden nämlich auf Hinweise untersucht werden, ob es am 2. Mai tatsächlich eine Leitzinssenkung geben werde. Nach der Veröffentlichung des ifo sei die Wahrscheinlichkeit dafür weiter gestiegen, obwohl die Maßnahme eher einen symbolischen Charakter habe. Der gestörte geldpolitische Transmissionsmechanismus komme allein dadurch nicht in Gang. Dazu wären weitere flankierende Maßnahmen notwendig, deren Umsetzung jedoch nicht unbedingt als Aufgabe einer Notenbank zu werten sei.

Insgesamt sei heute von einer Seitwärtsbewegung zwischen 145,40 und 146,70 auszugehen. Am Abend könnte es Zuge der Platzierung der 7-jährigen US T-Notes jedoch zu Gewinnmitnahmen kommen. Die Rendite der 10Y T-Notes sollte zwischen 1,67 und 1,80% liegen. (25.04.2013/alc/a/a)


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