Logo
NEWS - Allgemein
www.anleihencheck.ariva-services.de
30.01.13 09:40
Hochwertige Staatsanleihen verlieren an Attraktivität

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Risikoappetit an den internationalen Finanzmärkten ist ungebrochen, so die Analysten der Helaba.

Aktien und Rohstoffe seien weiter gefragt, qualitativ hochwertige Staatsanleihen würden an Attraktivität verlieren. Die Kurse deutscher Staatsanleihen hätten sich nach dem Einbruch der vergangenen beiden Handelstagen stabilisieren können. Allerdings sei das Handelsgeschehen im Vorfeld von FOMC-Sitzung und dem US- Arbeitsmarktbericht weiterhin von Zurückhaltung geprägt gewesen. Während lange Fälligkeiten kaum Boden gutgemacht hätten, hätten kurze und mittlere Fälligkeiten angesichts des überproportionalen Absturzes moderate Gewinne verbucht.

An den Anleihenmärkten der EU-Peripherie habe sich im Verlauf wieder eine freundliche Stimmung durchgesetzt. Der Zinsvorsprung zehnjähriger spanischer (5,13%), italienischer (4,16%) und portugiesischer Papiere (5,94%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 9, 5 bzw. 16 BP ermäßigt. Staatspapiere aus Frankreich (2,26%) und Belgien (2,45%) hätten einen bzw. 2 BP gegen Bunds gutgemacht.

Wie die "SZ" heute Morgen berichte, gebe die Bundesregierung wohl den Widerstand gegen das geplante Hilfspaket für Zypern auf und werde die Rettungsaktion mittragen. Aus Spanien kämen ebenfalls schlechte Nachrichten. Katalonien habe für dieses Jahr erneut 9,1 Mrd. Euro aus dem staatlichen Rettungsfonds beantragt. EZB- Direktoriumsmitglied Asmussen mahne eine dringend benötigte Gesundheitsreform an, um die Finanzen der Regionen zu verbessern.

US-Treasuries hätten sich von der Stimmungseintrübung bei den US-Konsumenten (58,6 nach 66,7) nur wenig beeindruckt gezeigt und ihren Renditeanstieg fortgesetzt. Auch heute in Fernost halte der Druck auf die Kurse an.

Der Bund-Kontrakt (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (141,73) habe 21 Stellen verloren, Bobl (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) (125,48) und Schatz (110,235) seien dagegen 32 bzw. 5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei auf 1,70% gestiegen, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen weite sich auf 147 BP aus. Zehnjährige US-Treasuries würden 3 BP höher bei 2,01% rentieren, der JGB-Future (144,04) verliere angesichts des Anstiegs der Aktienmarktes um über 2% 20 Ticks. Der Euro klettere auf 1,3490 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 97,60 US-Dollar.

Auch heute würden Stimmungsindikatoren den Datenkalender dominieren. Konjunkturklima (-1 nach -1,12), Wirtschafts- (88,2 nach 87), Industrie-(-13,5 nach -14,4) und Verbrauchervertrauen (-23,9) würden generell besser erwartet. In USA liefere der ADP-Beschäftigungsreport (165K) eine wichtige Indikation für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht. Die erste Schätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal (1,1%; privater Konsum +2,1%) runde das Konjunkturbild ab. Von der FOMC-Sitzungerwarten würden keine Impulse erwartet, da die Notenbank an ihrer abwartenden Haltung festhalten werde.

Am Primärmarkt stocke Italien die Fälligkeiten November 2017 und 2022 um 5 bis 7 Mrd. Euro auf. Die Finanzagentur des Bundes stocke die 30-jährige Bund (04.07.2044) um 2 Mrd. Euro auf. Das amerikanische Schatzamt versteigere siebenjährige Notes im Volumen von 29 Mrd. USD. Die Auktion fünfjähriger Titel się bei einem 2,88-fachen Nachfrageüberhang und indirekten Geboten von 39,7% auf moderate Nachfrage getroffen.

EFSF habe eine fünfjährige Anleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro bei Midswap +17 BP begeben. Das Land Hessen habe für eine siebenjährige Anleihe im Volumen von 500 Mio. Euro Midswap +2 BP gezahlt. Die Berlin Hyp habe einen fünfjährigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap -1 BP emittiert. Die EIB habe eine 27-jährige Anleihe im Volumen von 850 Mio. Euro bei Midswap +37 BP platziert. (30.01.2013/alc/a/a)


© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de