Zürich (www.anleihencheck.de) - Für Omar Saeed, Head of High Yield bei Swisscanto, der Fondsgesellschaft der Schweizer Kantonalbanken, bleiben High-Yield-Anleihen auch in diesem Jahr ein wichtiger Performancetreiber im Depot der Investoren.
"Ich gehe trotz der enormen Renditen im vergangenen Jahr bei den Hochzinsanleihen davon aus, dass sie auch in diesem Jahr eine ordentliche Performance erzielen und keinen großen Rückschlag erleiden. In unserem global investierenden Short-Duration-Fonds streben wir eine Jahresrendite von sechs bis acht Prozent an, insofern die Märkte nicht zu sehr erschüttert werden", so Saeed.
Saeed sehe in der Schuldenkrise der Euro-Länder einen wichtigen Einflussfaktor auf den High-Yield-Markt. Die Gefahren eines möglichen Ausschlusses Griechenlands aus der Eurozone oder gar eines Zusammenbruchs der Gemeinschaftswährung seien zwar eingedämmt worden und würden die Märkte weniger beschäftigen, doch wenn der Optimismus abnehme und die fundamentalen Daten wieder ins Blickfeld rücken würden, könne die Stimmung rasch drehen.
Roland Hausheer, Senior Portfolio Manager im Bereich High Yield bei Swisscanto, ergänze: "Aufgrund einer zu erwartenden Korrektur und der aktuell hohen Bewertung von europäischen Hochzinsanleihen halten wir uns mit weiteren Käufen zurück, um bei günstigeren Kursen Nachkäufe zu tätigen. So liegt das Hauptaugenmerk bei unserem Short-Duration-Fonds auch auf amerikanischen High-Yield-Anleihen, die rund 60 Prozent des Portfolios ausmachen. Die Duration des Fonds weist derzeit 1,7 Jahre auf. Damit sind Investoren für den Fall steigender Zinsen gut abgesichert."
Ein konkretes Risiko sehe Hausheer in der Downgrade-Gefahr Spaniens. Hier könnte im entsprechenden Fall ein Volumen von rund 70 Milliarden Euro aus dem Segment "Investment Grade" in das Segment "High Yield" wechseln. Bei insgesamt etwa 150 Milliarden Volumen von europäischen Hochzinsanleihen würde eine solche Vergrößerung zu ungeahnten Negativauswirkungen führen.
Insgesamt halte das Swisscanto High-Yield-Fondsmanagement die Unternehmen für sehr gut aufgestellt. Die Finanzkennzahlen würden in der Breite überzeugen und die Firmen diszipliniert wirtschaften. So sei die Ausfallrate bei Hochzinsanleihen im Jahr 2012 mit 2,8 Prozent unter dem historischen Durchschnitt von vier Prozent und unter den Marktprognosen gebleiben. Für dieses Jahr liege die Erwartung bei drei Prozent und damit fast unverändert tief. Für Investoren sei das ein gutes Zeichen und belege die Seriosität dieser Anlageklasse. "Trotz des möglichen Gegenwinds sollten Anleger High-Yield-Anleihen zur Erzielung einer attraktiven Rendite im Anleihenuniversum berücksichtigen", so Hausheer. (21.01.2013/alc/a/a)
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