Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer Sitzung Anfang Dezember die Leitzinsen unverändert gelassen, so die Analysten von Postbank Research.
Zugleich habe der EZB-Rat eine Verlängerung von Sondermaßnahmen mindestens bis zur Jahresmitte 2013 beschlossen. Die Ansichten über die Zinspolitik würden im EZB-Rat derzeit offensichtlich weit auseinandergehen. Nach den Äußerungen Draghis zu urteilen, habe es hierzu wohl eine breit angelegte Diskussion gegeben, an deren Ende sich die Meinung durchgesetzt habe, die Leitzinsen unverändert zu belassen.
Gegen eine Zinssenkung spreche allerdings die aktuelle Verbesserung einiger Stimmungsindikatoren. Sollte dieser eine baldige Stabilisierung oder gar Verbesserung der Realwirtschaft folgen, würde die EZB von einer neuerlichen Absenkung des Zinsniveaus wohl Abstand nehmen. Die Frage nach einer nochmaligen Leitzinssenkung würden die Analysten damit für weitgehend offen halten. Allerdings würden sie dieser eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit einräumen als dem Festhalten an dem aktuellen Zinsniveau.
Die FED habe auf ihrer letzten Sitzung ihr "Quantitative Easing"-Programm ausgeweitet. Ab Januar kaufe sie neben hypothekenbesicherten Anleihen auch wieder Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Pro Monat solle das Volumen der Staatsanleihekäufe 45 Mrd. US-Dollar betragen. Eine konkrete Dauer für die Ankäufe sei nicht genannt worden. Der Leitzins sei derweil unverändert geblieben. Jedoch seien die Bedingungen für eine Leitzinsanhebung konkretisiert worden. Statt der bisher geltenden Sprachregelung, den Leitzins bis mindestens Mitte 2015 auf dem aktuellen Niveau zu belassen, hätten die Notenbanker Schwellenwerte für die Arbeitslosenquote sowie die Inflationsrate formuliert.
So halte die FED das aktuelle Leitzinsniveau so lange für angemessen, wie die Arbeitslosenquote über 6,5% und die Inflationsprojektionen auf Sicht von ein bis zwei Jahren unter 2,5% liegen würden. Auch unter den neuen Bedingungen bleibe eine Anhebung des Leitzinses vorerst in weiter Ferne. Auf Jahressicht rechnen die Analysten von Postbank Research nicht mit Unter- bzw. Überschreitungen dieser Grenzwerte und sehen den Leitzins daher unverändert in der Spanne zwischen 0 und 0,25%. (Zinsprognose Januar 2013) (07.01.2013/alc/a/a)
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