Kiel (www.anleihencheck.de) - Vier Prozent Zinsen und mehr bieten drei neue Indexanleihen auf den DAX mit zweijähriger Laufzeit, so die Experten vom "ZertifikateAnleger".
Das Risiko scheine überschaubar, denn die Banken hätten die Kursbarriere, die für die Rückzahlung des vollen Nennwertes vom Index nicht unterschritten werden dürfe, tief angesetzt. Wer eine Alternative zu Festgeldanlagen suche, sollte das Bonitätsrisiko der Papiere bedenken.
Mit Festgeldanlagen sei weiterhin nicht viel zu holen. Zwischen 1,25 und 1,75 Prozent Zinsen per anno würden namhafte Direktbanken derzeit für Einlagen mit einer Laufzeit von 24 Monaten bieten. Das reiche kaum aus, um den Wertverlust durch die Inflation auszugleichen - von zusätzlichen Renditen ganz zu schweigen. Deutlich mehr Zinsen würden drei Indexanleihen versprechen, die von der DZ BANK, der Royal Bank of Scotland (RBS) und Credit Suisse gerade neu aufgelegt worden seien. Im Vergleich zum Festgeld trage der Anleger mit diesen Schuldverschreibungen zwar mehr Risiken. Dennoch dürften die Papiere durchaus ihre Käufer finden, denn der eingeräumte Sicherheitspuffer schütze sogar vor kräftigeren Kursrückschlägen beim Basiswert.
Die Tilgung aller drei Anleihen bei Fälligkeit in zwei Jahren erfolge in Abhängigkeit der Kursentwicklung vom deutschen Leitindex DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900). Gänzlich unabhängig davon, wie sich die deutschen Aktien entwickeln würden, sei jedoch die Zinszahlung an den Anleger. Vier Prozent Zinsen pro Jahr gebe es bei den Produkten von Credit Suisse (ISIN DE000CS0AN55 / WKN CS0AN5) und der DZ BANK (ISIN DE000AK0CKU8 / WKN AK0CKU). Bei der Anleihe (ISIN DE000AA44GG7 / WKN AA44GG), die RBS emittiere, liege der Zinssatz mit 4,25 Prozent pro Jahr sogar noch ein klein wenig höher.
Die Kurse an der deutschen Börse könnten also während der Laufzeit bei allen drei Produkten recht deutlich einbrechen, ohne dass dies für die Besitzer der Anleihen einen Kapitalverlust zur Folge haben müsse, sofern der DAX nicht unter die jeweilige Barriere rutsche. Falls letzteres doch passiere, würden allerdings massive Verluste drohen: In diesem Fall würden die Anleihen bei Fälligkeit entsprechend der Indexentwicklung getilgt. Und ob sich die Aktienkurse nach einer möglichen Barriereverletzung in der dann verbleibenden Restlaufzeit der jeweiligen Anleihe wieder erholen würden, sei fraglich.
Zusätzlich zum Kursrisiko würden die Käufer der Anleihe wie bei Zertifikaten üblich das Bonitätsrisiko des jeweiligen Emittenten übernehmen. Sollte der Herausgeber der Anleihe insolvent werden, sei das Kapital des Anlegers nicht als Sondervermögen geschützt. Das aktuelle Rating der großen Agenturen sei für die drei Banken durchaus unterschiedlich. Die derzeit schlechtere Bonitätseinstufung von RBS sei sicher eine Erklärung dafür, dass die Bank bei sonst ähnlichen Merkmalen im Vergleich zu den anderen Produkten ihre Anleihe am höchsten verzinse: Das größere (Emittenten-) Risiko würden sich Investoren mit der größeren Renditechance ausgleichen lassen.
Für Anleger mit Vertrauen in die deutschen Blue-Chip-Aktien und die Bonität der Emittenten seien die Angebote durchaus eine Alternative zu Festgeldanlagen. Bedenken sollten Interessierte, dass der Charme der Indexanleihen in den Zinszahlungen liege. Wer auf eine positive DAX-Entwicklung setzen möchte, sei mit diesen Produkten falsch beraten, weil Anleger an Kurssteigerungen nicht beteiligt würden. Wichtig sei auch, dass die Kurse der Anleihen während der Laufzeit unter Nennwert notieren könnten. (Ausgabe 11 vom 29.05.2012) (30.05.2012/alc/a/a)
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