Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der starke Renditeanstieg, der vergangene Woche in den US-Anleihemärkten zu beobachten war, hat Investoren und Analysten gleichermaßen aufgeschreckt, so die Analysten von Cognitrend in der aktuellen Ausgabe von "FX-Tagesausblick" der Deutschen Bank.
Viele Akteure hätten den Kursverlauf als Startschuss einer langfristigen Baisse am Bondmarkt gewertete. Aber die steigenden Zinsen hätten noch mehr Aussagekraft: Sie seien das letzte Teil, das zur Vervollständigung eines Puzzles gefehlt habe. Zinsen jenseits der Zwei-Prozent-Marke seien die bislang fehlende Bestätigung für eine wirtschaftliche Erholung. Dass viele dieses Szenario längst vor Augen hätten, habe sich vergangene Woche gut an der Reuters-Umfrage unter 250 Ökonomen ablesen lassen. Sie hätten sich mehrheitlich für ein Anziehen der Konjunktur in den westlichen Industrienationen ausgesprochen; das Resultat der Extrem-Niedrigzinspolitik.
Dieser Umstand mache für Devisenhändler die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Währungspaares nicht gerade einfach. Denn blind Dollars zu kaufen, weil man an den US-Aufschwung glaubt, könnte sich als kurzsichtig erweisen, so die Analysten der Deutschen Bank. Die Daten aus Übersee würden schon seit Monaten auf konjunkturelle Besserung hinweisen. Schlage nun aber die Eurozone die gleiche Richtung ein, besäße sie wohl das größere Aufwärtspotenzial.
Bullish für den Euro könnten die Analysten erst jenseits der 1,3290/95er Marke werden. Bis dahin bleibe das Risiko eines Abdriftens bis 1,2930 erhalten. (19.03.2012/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de