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13.01.12 16:08
Wandelanleihenmarkt schwieriges erstes Halbjahr 2012 steht bevor

Frankfurt (anleihencheck.de) - Ob Euro-Schuldenkrise, das Wirtschaftswachstum in China oder die US-Präsidentschaftswahlen - die Entwicklung der Vermögenspreise hängt 2012 von außergewöhnlich vielen Faktoren ab, so David Clott, Senior Fund Manager von Aviva Investors.

Wandelanleihen würden sich neben spezifischen Faktoren der Anlageklasse mit Sicherheit an der allgemeinen Entwicklung der Aktien- und Kreditmärkte orientieren.

Die Wandelanleihen-Experten von Aviva Investors würden davon ausgehen, dass dem Aktienmarkt ein schwieriges erstes Halbjahr 2012 bevorstehe, sich der Markt zum Jahresende hin jedoch vergleichsweise stark entwickeln werde. Ähnlich sollte die Entwicklung des Kreditmarkts verlaufen. Dort dürfte auf zunächst höhere Zinsaufschläge eine Annährung in der zweiten Jahreshälfte folgen. Für die ersten sechs Monate des Jahres würden die Experten eine verbesserte Marktentwicklung in Asien und den USA erwarten. Europa dürfte sich dann in der zweiten Jahreshälfte stärker zurückmelden - oder aber, sobald sich eine dauerhaft tragfähige Lösung der aktuellen Probleme abzeichne.

Das allgemeine Bewertungsniveau von Wandelanleihen sei gegenwärtig attraktiv. Mit Ausnahme der ersten Monate des Jahres 2009 sei diese Wertpapierklasse so niedrig bewertet wie seit den frühen 1990er Jahren nicht mehr. Bei einem derzeit durchschnittlich vierprozentigen Abschlag auf den Fair Value (Quelle: Bank of America Merrill Lynch) dürfte der Markt deutlichen Rückenwind bekommen. Dies könnte noch verstärkt werden, wenn Wandelanleihen im Jahresverlauf 2012 ihre Fälligkeit erreichen und abgelöst werden. Der Mangel an Neuemissionen in den vergangenen Jahren könnte zu einem echten Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage am Markt führen. So könnten beispielsweise bis zu 25 Prozent des Wandelanleihevolumens am asiatischen Markt in diesem Jahr fällig werden oder zum Nennwert an den Emittenten zurückgegeben werden (Quelle: Barclays Capital).

Ein ähnliches Bild ergebe sich, wenn auch etwas weniger dramatisch, für den übrigen Wandelanleihenmarkt. Alleine die Wiederanlage von Gewinnen aus fällig werdenden Wandelanleihen könnte ausreichend Nachfrage erzeugen, um den Markt um mehrere Prozentpunkte zu heben. Berücksichtige man zudem, dass viele Händler unterdurchschnittlich in der Anlageklasse vertreten seien und der Fremdkapitalhebel von Hedgefonds derzeit niedrig sei, werde schnell deutlich, welches Wertsteigerungspotenzial der Markt für Wandelanleihen berge, sobald die derzeitige Risikoaversion der Anleger nachlasse.

Freilich sei die Anlageklasse 2012 beträchtlichen Risiken durch Rückzahlungsausfälle ausgesetzt - dies gelte umso mehr, als der Kalender mit Fälligkeitsterminen in diesem Jahr dicht gespickt sei. Historisch betrachtet weise der Markt für Wandelanleihen jedoch recht niedrige Ausfallraten auf. Alles in allem sollten Anleger über die kommenden zwölf Monate mit (prozentual) deutlich einstelligen Erträgen für globale Wandelanleihen rechnen. Die Erträge dürften sich dabei aus vier Quellen speisen: Kupons, "Asset Class Richterin" sowie aus jeweils einer leicht verbesserten Entwicklung des Aktien- und Kreditmarkts. (13.01.2012/alc/m/a)



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