Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Luft an den Finanzmärkten wird dünner: Sinkende Liquidität und geopolitische Unsicherheiten erhöhen den Druck auf Aktien- und Anleihenmärkte - Beat Thoma, Chief Investment Officer bei Fisch Asset Management, ordnet die aktuellen Entwicklungen ein und legt sein Augenmerk auf die strukturellen Treiber.
Die globale Finanzmarktliquidität verliere aktuell weiter an Momentum und sinke sogar absolut. Das führe zu Gegenwind und höherer Volatilität an den Aktien- und Staatsanleihenmärkten. Diese Entwicklung werde zusätzlich durch die Unsicherheiten im Nahen Osten und erhöhte Energiepreise verstärkt. Allerdings dürfte es sich hierbei nur um ein temporäres Störfeuer handeln, während der Liquiditätsrückgang struktureller Natur sei.
Dieser Liquiditätsabfluss sorge für Stress an den Geldmärkten in den USA. Die SOFR-Fed-Funds-Spreads würden sich immer wieder ausweiten, die Volatilität an den Staatsanleihenmärkten nehme zu - auch in Europa. Das bringe den Basis-Trade unter Druck: Ein Verkauf riesiger Hedgefonds-Longpositionen in US-Staatsanleihen drohe, eine gefährliche Rückkoppelung mit Zinsaufwärtsdruck am langen Ende der Kurve auszulösen.
Das "Big Picture" für die Märkte und die globale Konjunktur sei derzeit noch knapp im neutralen Bereich. Aber die Luft werde schnell dünner. Wir nähern uns der Gefahrenzone, so die Experten von Fisch Asset Management. Die negativen Haupttreiber - Staatsverschuldung und Inflation - seien struktureller Natur. Die Experten von Fisch Asset Management würden das Risikoexposure vorerst nur moderat reduzieren. (09.04.2026/alc/a/a)
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