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09.04.26 09:15
Ungarn: Leitzins bei 6,25% - Zinssenkungen wegen Iran-Risiko vom Tisch

Linz (www.anleihencheck.de) - Die Primäraufgabe der Ungarischen Zentralbank (MNB) ist neben der Finanzstabilität die Sicherstellung der Preisstabilität, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

In Zeiten volatiler Rohstoffmärkte bedeute dies die konsequente Anpassung der Leitzinsen an Inflationsrisiken. Ende März habe die Notenbank den Leitzins bei 6,25% belassen, während der Inflationsausblick für 2026 von 3,2% auf 3,8% angehoben worden sei. Einige Volkswirte würden im Jahresverlauf sogar Raten über 5% erwarten.

Geopolitische Risiken und Energiepreise

Die Inflationsrisiken würden massiv von der Entwicklung im Iran abhängen. Je länger die Energieversorgung beeinträchtigt bleibe, desto stärker seien die Auswirkungen auf die Preise. Solange der Krieg die Infrastruktur schädige, würden Zinssenkungen vom Tisch bleiben. Ein schneller Frieden würde den Druck zwar mindern, doch eine gewisse Teuerung bliebe bestehen. Die Notenbank sei daher gut beraten, "auf Sicht zu fahren".

Strategie: Sicherung des Realzinses

Ein positiver Realzins (Zinsdifferenz zur Inflation) sei entscheidend, um den Ungarischen Forint (HUF) zu stärken. Da Ungarn einen Großteil seines Energiebedarfs importiere - Erdöl zu ca. 38% und Erdgas zu rund 30%, größtenteils aus Russland - verbillige ein starker Forint diese Importe direkt.

Ausblick und Kursziele

Oberbank rechne damit, dass die MNB bestrebt bleibe, dieses positive Zinsdelta beizubehalten, um den Forint zu stützen und drohende Preissteigerungen abzufedern. In diesem Szenario halte Oberbank EUR/HUF-Kurse bis in den Bereich von 360 für möglich. (09.04.2026/alc/a/a)


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