Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das im 1. Quartal 2026 am Primärmarkt für erstrangig unbesicherte Bankanleihen im EUR Benchmark-Format emittierte Volumen erreichte immerhin rund 76 Mrd. EUR, so die Analysten der Helaba.
Trotz des Ende Februar ausgebrochenen Irankriegs habe es somit nur 8% unter dem Rekordvolumen des gleichen Vorjahreszeitraums gelegen und beachtliche 26% über dem Durchschnitt der Auftaktquartale in den letzten zehn Jahren. Die hohen Überzeichnungsquoten von durchschnittlich nahezu 3x belegten die sehr gute Aufnahmebereitschaft der Transaktionen bei den Investoren. Bis Ende der neunten Kalenderwoche habe sich der Primärmarkt in diesem Segment somit auf Rekordkurs befunden, bevor er dann abrupt zum Stillstand gekommen sei.
Die starke Primärmarktaktivität in den ersten Wochen sei vor allem durch die hohen Fälligkeiten im Jahr 2026 getrieben gewesen. Diese seien u.a. darauf zurückzuführen, dass inzwischen auch die nach der Finanzmarktkrise eingeführte Kategorie der Senior Non-Preferred (SNP) Anleihen voll etabliert sei und sich bei ihr ein ausgewogener Rhythmus zwischen Neuemissionen und Fälligkeiten eingestellt habe. Der Anteil der SNP-Anleihen am gesamten Emissionsvolumen habe im 1. Quartal 2026 hohe 70% erreicht. Damit sei die Erwartung, dass der Anteil der SNP-Emissionen deutlich über der Hälfte der Gesamtemissionen liegen würde, mehr als erfüllt worden (siehe Primärmarkt-Update vom 5. Januar 2026).
Die Analysten würden ihre Schätzung für das Neuemissionsvolumen bei erstrangig unbesicherten Bankanleihen im EUR-Benchmark-Format für das Gesamtjahr 2026 um 20 Mrd. EUR auf 210 Mrd. EUR senken. Dies entspreche nunmehr einem leichten Rückgang gegenüber dem Rekordvolumen von 220 Mrd. EUR im Jahr 2025. Die Analysten würden dies mit der eingelegten Pause am Primärmarkt für Senior-Anleihen aufgrund des seit mittlerweile nahezu fünf Wochen andauernden Irankriegs begründen. In ihren volkswirtschaftlichen Prognosen würden die Analysten allerdings nicht von einem langanhaltenden Konflikt ausgehen. Für ein erneut starkes Emissionsjahr würden unverändert vor allem die umfangreichen Fälligkeiten sprechen. Diese würden 2026 nochmals leicht zunehmen und 2027 auf hohem Niveau verharren.
Für SNP-Emissionen würden die regulatorischen Anforderungen ein wichtiger Faktor bleiben. Zwar seien die Mindestquoten erreicht, hohe Fälligkeiten seien inzwischen jedoch auch in diesem Bereich Haupttreiber für die Emissionspläne. Die Analysten würden erwarten, dass der Anteil der SNP-Emissionen weiterhin deutlich über der Hälfte der Gesamtemissionen liegen werde.
Die Einführung einer generellen Depositor Preference in ganz Europa sollte nur eine begrenzte Auswirkung auf die Bonität von Preferred-Anleihen haben. Die Institute könnten jedoch mit der Emission weiterer Preferred-Titel gegensteuern. Bis die neuen Regelungen in den einzelnen Mitgliedstaaten umgesetzt seien, werde es allerdings noch bis Mitte 2028 dauern.
Geopolitische und makroökonomische Unsicherheiten würden wohl auch weiterhin für ein volatiles Kapitalmarktumfeld sorgen. Angesichts der hohen Fälligkeiten seien die Emittenten bereit, offene Kapitalmarktfenster für Transaktionen zu nutzen. Das richtige Timing bleibe eine Herausforderung. (Ausgabe vom 02.04.2026) (07.04.2026/alc/a/a)
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