Charlotte, NC (www.anleihencheck.de) - Lauren van Biljon, Senior Portfolio Manager der Plus Fixed Income Strategy bei Allspring Global Investments, kommentiert, wie Energiepreisschocks die Renditen in die Höhe treiben und die Inflations- und Wachstumserwartungen prägen.
Leicht steigende Durationen: Da Lauren van Biljon Märkte außerhalb der USA bevorzuge, in denen die Renditen hoch seien und das Inflationsrisiko stärker eingepreist zu sein scheine, als es die Fundamentaldaten rechtfertigen würden, erwarte van Biljon, dass diese Allokation bei einer Verlangsamung des Wachstums für Konvexität sorge.
Fokus auf Qualität und Carry-Disziplin: Während das aggregierte Kredit-Beta weiterhin leicht über den langfristigen Durchschnittswerten liege, sei Lauren van Biljon stärker auf hochwertigere, kurzfristigere US-Dollar-Corporates mit Investment Grade fokussiert und weniger auf Segmente mit geringerer Qualität oder hohen Bewertungen, in denen sie nur eine begrenzte Kompensation für Stagflations-Tail-Risiken sehe.
Vorsicht bei Währungen: Der US-Dollar habe sich im März überdurchschnittlich gut entwickelt, und die von Schlagzeilen geprägte Natur des Konflikts mache es derzeit schwierig, den Dollar unterzugewichten. Lauren van Biljon ziehe es stattdessen vor, Long- und Short-Positionen in Währungspaaren auszugleichen, bei denen es Unterschiede in der Geldpolitik oder den makroökonomischen Fundamentaldaten gebe.
Im vergangenen Monat habe sich das makroökonomische Umfeld deutlich verändert, wobei die zuvor recht günstige Lage komplizierter geworden sei. Der Konflikt im Iran und im Nahen Osten insgesamt sei ein offensichtlicher Energiepreisschock, von dem auch andere makroökonomische Faktoren (Schifffahrt, Düngemittel usw.) negativ betroffen seien. Es möge eine Binsenweisheit sein, aber je länger die Störungen andauerten, desto stärker wirkten sie sich auf die Weltwirtschaft aus. Ein Energiepreisschock deute auf eine höhere Gesamtinflation, ein geringeres Wachstum und potenziell höhere Staatsdefizite hin. Nettoenergieimporteure würden stärker betroffen sein und eine Verschlechterung ihrer Leistungsbilanz und ihrer Terms of Trade erleben, aber auch Nettoenergieexporteure würden angesichts steigender Preise einen Rückgang der Binnennachfrage verzeichnen.
Aufgrund seines geopolitischen Charakters lasse sich die Dauer des aktuellen Schocks nur schwer vorhersagen. Eine kurzfristige Unterbrechung der Energieversorgung wirke sich zwar auf die Gesamtinflation aus, doch sei dieser Effekt vorübergehend, und die Auswirkungen auf die Kerninflation und das Wachstum dürften begrenzt sein. Die Sichtweise bei Allspring, die von einem 6-monatigen Anlagehorizont geprägt sei, bestehe darin, Marktverwerfungen zu nutzen und opportunistisch einzusteigen, wenn Lauren van Biljon langfristigen Wert sehe.
Es sei verlockend, das Jahr 2022 als Vorlage für den aktuellen Marktschock heranzuziehen. Es gebe jedoch wichtige Unterschiede zwischen damals und heute. Der Energiepreisschock von 2022 sei durch den dauerhaften Ausstieg Russlands aus den Lieferketten mehrerer Regionen noch komplizierter geworden. Zudem sei das makroökonomische Umfeld weniger günstig gewesen. Im Jahr 2022 habe die Inflation in den Industrieländern (un)angenehm über dem Zielwert gelegen, während die Leitzinsen unter dem aktuellen Niveau gelegen hätten. Der aktuelle Konflikt sei zweifellos negativ für die Weltwirtschaft, aber das bedeute nicht, dass dieses Jahr den schwierigen Weg von 2022 gehen müsse. (01.04.2026/alc/a/a)
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