Hannover (www.anleihencheck.de) - Die stark gestiegenen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs schlagen auf die deutsche Inflation durch, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".
Waren und Dienstleistungen hätten im März durchschnittlich 2,7% mehr als ein Jahr zuvor gekostet, nachdem die Teuerungsrate im Februar noch auf 1,9% gesunken sei. Das sei der höchste Wert seit Anfang 2024. Experten hätten mit einem Anstieg in dieser Höhe gerechnet.
Mit den vorläufigen März-Inflationsdaten rücke der Euroraum heute datenseitig in den Fokus. Denn sollten die Zahlen zum Preisauftrieb im März über die ohnehin erwarteten ersten Effekte des Energiepreisschocks hinaus noch eine unangenehme Überraschung bereit halten, dürften die immer stärker eingepreisten Erwartungen an die EZB zusätzlich angeheizt werden. Die Märkte hätten vergangene Politikfehler der Notenbanker nicht vergessen und würden den EZB-Rat auf Trab halten. Abseits dessen würden frische Daten zu den deutschen Einzelhandelsumsätzen im Februar sowie Arbeitsmarktdaten für den März veröffentlicht. Die Bäume würden angesichts der Lage aber auch hier nicht in den Himmel wachsen. Die Energieminister der EU würden zudem in einer Videokonferenz über eine gemeinsame Reaktion auf die durch den Krieg im Iran ausgelösten Turbulenzen an den Öl- und Gasmärkten beraten. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar und der faktischen Schließung der Straße von Hormus seien die europäischen Gaspreise um mehr als 70% in die Höhe geschossen. Im Mittelpunkt der Gespräche stünden die frühzeitige Befüllung der Gasspeicher für den kommenden Winter sowie die Stabilisierung der Märkte für Ölprodukte wie Diesel und Kerosin.
Die Kurse deutscher Bundesanleihen seien zum Wochenauftakt nach Verlusten an den vergangenen Handelstagen gestiegen. EZB-Vertreter hätten die Erwartung auf baldige Leitzinserhöhungen gedämpft, die im Zuge der deutlich gestiegenen Ölpreise aufgekommen seien. "Die Finanzmärkte haben die Situation in den letzten Tagen etwas überinterpretiert", habe der Präsident der französischen Notenbank in einem Interview gesagt. (31.03.2026/alc/a/a)
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