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30.03.26 10:37
Anleihen: "Renditen auf 15-Jahres-Hoch"

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Weltpolitik hat die Anleihemärkte weiter fest im Griff, so die Deutsche Börse AG.

"Das Szenario einer Stagflation, sprich schwächeres Wachstum bei gleichzeitig hoher Inflation, bereitete Anlegern Sorge", erkläre Raffaele Antacido von der ICF Bank. Unter dem Strich blieben die Kurse daher im Sinkflug. Die zwischenzeitlichen Erholungen im Wochenverlauf hätten sich lediglich als kurzes Strohfeuer entpuppt. "Käufe in schwächere Kurse hinein erfolgen zwar immer wieder, allerdings sind bisher keine Signale einer größeren Gegenbewegung zu sehen", berichte Ilona Korsch von Hauck Aufhäuser Lampe.

Nach einer zunächst volatilen Seitwärtsphase habe die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zum Wochenschluss spürbar zugelegt und sei am Freitagmittag mit 3,13% nach 2,98% in der Vorwoche auf den höchsten Stand seit über 15 Jahren geklettert. Im laufenden Monat sei die Rendite um einen halben Prozentpunkt gestiegen. Noch deutlicher falle die Veränderung für die zweijährigen Bundesanleihen aus, deren Rendite im März von 2% auf 2,74% geklettert sei. Korsch sehe eine Verschlechterung des technischen Bildes und gehe davon aus, dass hier die Marke von 2,80% in Kürze erreicht werden sollte.

Elmar Völker von der LBBW verweise darauf, dass sowohl die zehnjährige US-Treasury-Rendite als auch die zehnjährige Bund-Rendite "wichtige Widerstände nach oben durchbrochen haben". Auch deshalb würden nach Ansicht der Analysten in den kommenden drei Monaten die Risiken weiterer Kursrückschläge überwiegen. Andererseits seien die Rentenmärkte "kurzfristig überverkauft, was den Boden für eine Kurserholung bereiten könnte". An der Deutschen Börse Frankfurt seien die gestiegenen Renditen in dieser Woche jedenfalls zum Einstieg genutzt worden. "Bundesanleihen mit verschiedensten Laufzeiten waren mit hohen Volumina gesucht", berichte Antacido.

Ebenfalls im Fokus stünden US-Dollar-Anleihen, nachdem die deutliche Abwertung des Greenback in den vergangenen zwei Monaten gestoppt worden sei. Tim Oechsner von der Steubing AG melde starke Nachfrage vor allem nach langlaufenden Bonds von Amazon und Salesforce. Ein erst in 50 Jahren fälliger Amazon-Bonds rentiere aktuell mit 6,3% (ISIN US023135DK94) und reagiere aufgrund der sehr langen Laufzeit relativ stark auf Veränderungen des Zinsniveaus.

Ähnlich sehe es für eine bis 2056 laufende Salesforce-Anleihe aus, die bis zur Fälligkeit eine Rendite von 6,7% abwerfe (ISIN US79466LAW46). Gut nachgefragt worden seien laut dem Händler zudem italienische Staatsanleihen (zum Beispiel (ISIN IT0004286966)).

Bei den Unternehmensanleihen sehe Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank anhaltende Käufe einer bis 2044 laufenden E.ON-Anleihe, die in den vergangenen Wochen ebenfalls an Wert verloren habe und aktuell mit 4,3% rentiere (ISIN XS2791960664). Ebenfalls auf der Einkaufsliste stünden Anleihen der Deutschen Post (ISIN XS3084418907) und von MTU (ISIN XS2887896574). Verkäufe habe es hingegen des 2030 fälligen Bond von Würth Finance International gegeben, dessen Kurs nach einem steilen Anstieg zuvor seit Mitte 2025 von über 100% auf unter 95% gesunken sei. Aktuelle Rendite: 3,3% (ISIN XS2480515662). (Ausgabe vom 27.03.2026) (30.03.2026/alc/a/a)


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