Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Angesichts des noch anhaltenden Iran-Kriegs steht die EZB unter Handlungsdruck, so die Helaba.
Entsprechend habe sie ihre Zinsprognosen angepasst.
Die nächste Sitzung des EZB-Rats finde am 30. April statt. Bis dahin bleibe noch etwas Zeit, damit sich die Lage im Nahen Osten und an den Energiemärkten zumindest tendenziell wieder beruhigen könne. Der geldpolitische Handlungsdruck wachse jedoch mit jedem weiteren Tag, an dem die Meerenge von Hormus blockiert bleibe. Zusätzliche Sorgen bereite die bereits zerstörte Infrastruktur von Öl- und Gasanlagen am Persischen Golf.
Ein wichtiges Argument für die Währungshüter wäre dabei die aus ihrer Sicht positive Außenwirkung sowie das Signal, dass sie ihre zögerliche Haltung von 2022 nicht wiederholen würden. Allerdings gebe es gegenüber der damaligen Ausgangslage einige deutliche Unterschiede. Unser insgesamt noch freundliches Basisszenario mit im Jahresverlauf wieder sinkenden Energiepreisen spreche dafür, dass es nicht zu einem ausgeprägten Zinserhöhungszyklus komme.
Auffällig sei derzeit auch eine Divergenz an den Terminmärkten. Während die Zinserhöhungserwartungen deutlich gestiegen seien, verharrten die langfristigen Inflationserwartungen zuletzt auf einem relativ moderaten Niveau. Wenn sich die Inflation wieder beruhige und in Richtung 2% gehe, könne die EZB perspektivisch problemlos auf das alte Zinsniveau zurückkehren. In unruhigen Zeiten und angesichts großer struktureller Probleme sei das vielleicht das Beste, was eine Notenbank tun könne, um Stabilität zu vermitteln. Ein langfristig neutraler Zinssatz sei angesichts der komplizierten Lage eine pragmatische Lösung.
Helaba habe die Renditeprognosen für kürzere Laufzeiten sowie die Geldmarktsätze an das voraussichtlich neue Leitzinsniveau angepasst. Den 10-jährigen Bund sehe sie weiterhin im Bereich um die 3%-Renditemarke pendeln. Die zuletzt flachere Zinsstrukturkurve am Rentenmarkt dürfte vorerst Bestand haben. (27.03.2026/alc/a/a)
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