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23.03.26 15:12
Ineffizienzen im Anleihemarkt sprechen für aktives Management

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - UBS Asset Management (UBS AM) sieht im aktuellen Marktumfeld klare Vorteile für aktive Strategien im Anleihebereich.

Grund dafür seien strukturelle Ineffizienzen, eine hohe Fragmentierung sowie die zunehmende Komplexität der Märkte.

"Anleihemärkte sind komplex, dynamisch und voller Ineffizienzen, die aktive Manager gezielt nutzen können", sage Alex Wise, Fixed-Income-Investment-Specialist bei UBS-AM.

Zugleich warne UBS-AM davor, Anleihen ausschließlich als stabilisierenden Portfoliobaustein zu betrachten. Anleihemärkte würden sensibel auf Veränderungen der Zinsen, der Kreditzyklen und der geopolitischen Entwicklungen reagieren. "Ein reiner Buy-and-hold-Ansatz kann dazu führen, dass Investoren Chancen ungenutzt lassen", sage Wise.

Ein zentrales Argument für aktive Ansätze sehe UBS-AM in der Konstruktion von Anleiheindizes. Diese würden Emittenten nämlich nach der Höhe ihrer ausstehenden Schulden gewichten. "Das bedeutet, dass die größten Schuldner das höchste Gewicht erhalten - was nicht zwingend optimal für die Portfolioallokation ist", sage Wise.

Dadurch entstünden strukturelle Verzerrungen: Stark verschuldete Emittenten würden automatisch stärker gewichtet, während zahlreiche kleinere Anleihen im Index kaum berücksichtigt würden. Der globale Markt umfasse jedoch tausende Einzeltitel, die in passiven Strategien oft nur begrenzt abgebildet würden. "Indizes bilden diese Vielfalt nur unzureichend ab - aktive Manager können hier gezielt selektieren und zusätzliche Chancen erschließen", so Wise.

Mit Blick auf das Marktumfeld betone UBS-AM die Bedeutung von Flexibilität. Zins- und Kreditzyklen würden nicht synchron verlaufen und könnten sich schnell verändern. "Flexibilität ist entscheidend, um auf Marktveränderungen reagieren und Portfolios entsprechend ausrichten zu können", sage Wise.

Aktive Manager könnten die Duration anpassen, entlang der Zinskurve agieren oder zwischen Sektoren rotieren. In früheren Marktphasen hätten solche Anpassungen zusätzliche Ertragschancen eröffnet und gleichzeitig dabei geholfen, Risiken zu begrenzen.

Ein weiterer Vorteil aktiver Strategien liege laut UBS-AM in der gezielten Emittentenauswahl. Der Anleihemarkt sei weniger transparent und stärker fragmentiert als der Aktienmarkt. Viele Titel würden nur eingeschränkt gehandelt.

"Passive Strategien sind häufig gezwungen, Anleihen zu halten, nur weil sie im Index enthalten sind - nicht unbedingt, weil sie attraktiv bewertet sind", erläutere Wise.

Aktive Manager könnten dagegen Emittenten mit schwächeren Fundamentaldaten meiden und gezielt in sich verbessernde Kreditprofile investieren. "Selektivität kann in einem sich wandelnden Marktumfeld ein entscheidender Performance-Treiber sein", so Wise.

Laut UBS-AM seien die Möglichkeiten aktiver Strategien besonders ausgeprägt in den Bereichen High Yield, Emerging Markets und strukturierte Anleihen. "In diesen Marktsegmenten hängen die Ergebnisse stark von der Auswahl einzelner Emittenten ab", sage Wise. Während passive Strategien keine aktive Auswahl treffen würden, könnten aktive Ansätze Risiken gezielt steuern und Ausfallrisiken besser adressieren.

Auch in Schwellenländern würden länderspezifische Faktoren und makroökonomische Entwicklungen eine zentrale Rolle spielen. "Hier sind tiefgehende Analysen entscheidend, um Chancen zu identifizieren und Risiken zu managen", so Wise.

Zusätzliche Flexibilität würden "Unconstrained"-Strategien bieten, die nicht an Benchmarks gebunden seien. Sie würden Investitionen über Regionen, Sektoren und Währungen hinweg ermöglichen. "Solche Ansätze erlauben es, gezielt dort zu investieren, wo das Risiko-Rendite-Profil am attraktivsten ist", erkläre Wise. Gleichzeitig könnten weniger attraktive Marktsegmente bewusst gemieden werden.

Für das aktive Management im Anleihebereich würden aus Sicht von UBS-AM mehrere strukturelle Faktoren sprechen: Ineffizienzen, Indexverzerrungen, Fragmentierung und ein dynamisches Marktumfeld.

Hinzu komme, dass sich die Kostenunterschiede zwischen aktiven und passiven Strategien verringert hätten, während die Kosten der Indexreplikation in bestimmten Segmenten hoch bleiben könnten.

"In einer sich stetig verändernden Anlageklasse kann es sich auszahlen, aktiv zu investieren, statt passiv einem Index zu folgen", fasse Wise zusammen. (23.03.2026/alc/a/a)


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