Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die EZB passt angesichts der Eskalation des Iran-Konflikts und der bisher resultierenden Ölpreissteigerungen ihre Projektionen für die Inflation nach oben und für das Wachstum nach unten an, alles andere käme einem Verkennen der Realitäten gleich, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.
Gleichwohl könne das Ausmaß des Ölpreisschocks noch nicht annähernd genau abgeschätzt werden. Denn die entscheidende, derzeit nicht beantwortbare Frage sei, wie lange die stark erhöhten Preisniveaus erhalten bleiben würden und wie stark dadurch die Inflationserwartungen der Menschen nach oben verschoben würden. Daher sei es richtig, auf eine vorschnelle Zinsanhebung zu verzichten, zumal diese die eingetrübten Wachstumsperspektiven noch weiter verschlechtern würde, und nur darauf zu verweisen, dass die Notenbank im Bedarfsfall einen restriktiveren geldpolitischen Kurs ansteuern könnte. Das könnte schon im April oder Juni der Fall sein, denn ganz sicher wolle man sich nach dem Inflationsschub der Jahre 2021 und 2022 nicht noch einmal nachsagen lassen, zu spät gehandelt zu haben. Die Kurse von Währungen, Zinsen und Aktien würden vorerst ein Spielball des Irankonflikts bleiben. Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus habe bedeutend größeren Einfluss auf die Kapitalmärkte als Zinsentscheide von Notenbanken. (19.03.2026/alc/a/a)
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