Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die heutige Entscheidung der EZB, den Leitzins bei zwei Prozent zu belassen, kam nicht überraschend, so Edward Hutchings, Head of Rates bei Aviva Investors.
Sie zeige aber deutlich, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit wenigen Wochen grundlegend verändert hätten. Noch vor Kurzem sei der Markt weitgehend davon ausgegangen, dass die Zinsen im Jahr 2026 unverändert bleiben würden. Inzwischen habe sich das Bild jedoch deutlich gewandelt. Angesichts der stark gestiegenen Ölpreise hätten Marktteilnehmer zu Beginn der Woche bereits fast 0,50 Prozent an weiteren Zinserhöhungen eingepreist.
Der Krieg im Iran erschwere die geldpolitischen Entscheidungen der EZB spürbar. Da sich viele Wachstumsindikatoren jedoch bereits vor Ausbruch des Krieges begonnen hätten zu verbessern, könnte die Notenbank nun entschlossener handeln, um unerwünschte inflationäre Nebeneffekte frühzeitig einzudämmen. Dennoch müssten Marktteilnehmer die Lage weiterhin aufmerksam beobachten, da sie sich außergewöhnlich dynamisch entwickle.
Die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen im Jahr 2026 sei somit eindeutig gestiegen. Allerdings würden die jüngsten Kursänderungen an den Märkten beträchtlich erscheinen und könnten im weiteren Jahresverlauf durchaus erneut hinterfragt werden. Viele Anleger würden daher kurzfristig taktische Übergewichtungen bei europäischen Anleihen vornehmen. (19.03.2026/alc/a/a)
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