Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat den Markterwartungen entsprochen und das Leitzinsband bei 3,50-3,75% belassen, so die Analysten der Helaba.
Das Statement der Notenbank und die Äußerungen von Fed-Chef Powell würden darauf schließen lassen, dass vorerst nicht mit einer Zinssenkung zu rechnen sei. Es seien vor allem die Inflationsrisiken thematisiert worden, aber auch ungünstige Wirkungen des Iran-Kriegs auf den Arbeitsmarkt. Interessant sei der Blick auf die neuen Leitzinsprojektionen: Demnach halte die Mehrheit der FOMC-Mitglieder bis zum Jahresende eine Zinssenkung für gerechtfertigt - unverändert zu den letztmalig erhobenen Projektionen im Dezember. Ende 2027 werde das Leitzinsband im Median bei 3,00-3,50% für angemessen erachtet, wie zuvor auch.
Heute entscheide die Europäische Zentralbank über das Zinsniveau. Mit einer Änderung sei nicht zu rechnen. EZB-Ratsmitglieder hätten jüngst darauf hingewiesen, dass es keinen Grund gebe, die Leitzinsen anzupassen. Zwar sei das erhöhte Inflationsrisiko infolge der gestiegenen Energiepreise thematisiert worden und es sei versichert worden, dass alles Nötige unternommen werde, um einen möglichen Inflationsschub zu verhindern, Aktionismus sei aber fehl am Platz. In diesem Zusammenhang seien auch die neuen Inflations- und Wachstumsprognosen interessant. Die Perspektiven für Inflation und für Wachstum würden seit dem Nahost-Krieg auseinanderlaufen. Marktteilnehmer würden inzwischen auf EZB-Zinserhöhungen setzen, was nach Einschätzung der Analysten aber nicht ohne Risiko sei. In der Schweiz und in Großbritannien stünden ebenfalls geldpolitische Entscheidungen auf dem Programm. Auch dort stelle sich die Frage, wie lange der Krieg anhalte und ob die erhöhten Energiepreise nur vorübergehend seien oder länger Bestand hätten. Aktionismus im Umfeld großer Unsicherheit sei nicht angeraten. (19.03.2026/alc/a/a)
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