Wien (www.anleihencheck.de) - Die Straße von Hormus bleibt weiterhin gesperrt, der Transport von Öl und Flüssiggas durch die Meerenge ist damit nach wie vor unterbrochen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Entsprechend hoch bleibe der Druck auf die Märkte: Nachdem der Brent-Ölpreis wieder ins Plus gedreht und die Marke von USD 100 je Barrel überschritten habe, hätten die Aktienmärkte am vergangenen Freitag nachgegeben. In diesem schwierigen Marktumfeld würden die Investoren größere Risiken meiden. Kurz vor dem Wochenende habe somit die Bereitschaft für neue Engagements gefehlt. Sowohl in Europa als auch in den USA hätten die wichtigsten Aktienindizes einheitlich im Minus geschlossen. DAX, EURO STOXX 50, NASDAQ 100 und S&P 500 hätten jeweils Verluste von rund 0,6% verzeichnet. Der ATX sei mit -1,6 % deutlicher zurückgefallen, während sich der Dow Jones mit -0,3% vergleichsweise stabil gehalten habe.
Die bisherigen Bemühungen, den Ölpreisanstieg einzudämmen, seien vorerst ohne durchschlagenden Erfolg geblieben. Nach der Freigabe strategischer Ölreserven durch die Internationale Energieagentur würden die USA nun zusätzlich versuchen, über eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland für Entlastung zu sorgen. Gleichzeitig würden europäische Staaten und Indien mit dem Iran über sichere Passagen für Rohöl- und Gaslieferungen durch die weiterhin hochriskante Straße von Hormus verhandeln. Indien sei damit Berichten zufolge bereits teilweise erfolgreich gewesen: Zwei Flüssiggas-Tanker sollen die Meerenge bereits passiert haben. Zudem verschärfe sich die geopolitische Lage weiter. Die USA hätten mit der Insel Kharg Irans wichtigste Ölexportdrehscheibe angegriffen, und Trump habe bereits mit weiteren Attacken gedroht. Außerdem habe er Verbündete aufgefordert, Kriegsschiffe zur Absicherung der Straße von Hormus zu entsenden. Damit verlagere sich der Konflikt zunehmend auf energiepolitisch besonders sensible Ziele. Zugleich gerieten diplomatische Lösungsversuche weiter unter Druck: Laut Reuters weise die US-Regierung Vermittlungsbemühungen nahöstlicher Staaten bislang zurück. Insgesamt spreche Trumps Rhetorik daher eher für eine weitere Eskalation des Konflikts.
Das von der US-Notenbank favorisierte Preismaß, der Gesamtindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), sei im Januar mit 2,8% im Rahmen der Erwartungen (2,9%) ausgefallen, bewege sich aber gleichwohl weiter klar über dem 2%-Ziel der FED und liefere somit auch keine Argumente für Zinssenkungen. Unveränderte Leitzinsen hätten schon vor dem Iran-Krieg als Basisszenario gegolten und blieben es auch jetzt. Die jüngsten US-Daten würden kein klares Signal senden: Der Arbeitsmarkt sei uneinheitlich, die Inflation liege zwar über dem Ziel, wirke aber nicht alarmierend. Zwar erhöhe der Iran-Krieg die Inflationsrisiken über höhere Energiepreise, doch für die USA sei dieser Schock weniger belastend als für den Euroraum. Da die Leitzinsen noch moderat restriktiv seien, dürfte die Fed abwarten. Erwartet werde bei der Zinssitzung am Mittwoch daher eine unveränderte, insgesamt weiter eher taubenhafte Kommunikation. Die für Donnerstag geplante Sitzung der EZB habe eigentlich als langweilig gegolten. Der Iran-Krieg habe das geändert! Auch wenn es sehr unwahrscheinlich sei, dass die EZB schon in der kommenden Sitzung ihre Leitzinsen ändere, müsse sie ihre Botschaft sehr sorgfältig formulieren. Seit Beginn des Iran-Kriegs würden die Inflationserwartungen im Euroraum steigen. Auch wenn dies für die EZB (noch) kein Problem darstelle - da die kurzfristigen Erwartungen viel stärker gestiegen seien als die langfristigen Inflationserwartungen -, sei es wichtig, dass die EZB eine Formulierung wähle, die die langfristigen Inflationserwartungen im Zaum halte. Aus Sicht der EZB gebe es unserer Meinung nach wenig zu verlieren, wenn sie diesmal als falkenhaft interpretiert werde, während eine taubenhafte Sitzung eher zu Problemen führen könnte. Deshalb würden wir am Donnerstag unveränderte Leitzinsen erwarten, aber eine falkenhaftere Formulierung seitens der EZB.
Der Ölpreis habe am vergangenen Freitag weiter zugelegt. Ein Fass der Nordseesorte Brent koste derzeit rund USD 104. Gold habe hingegen leicht verloren. Eine Feinunze koste derzeit rund USD 5.000. Der Bitcoin habe hingegen etwas zulegen können und notiere aktuell bei rund USD 74.000.
Die asiatischen Börsen würden sich heute Morgen uneinheitlich zeigen. Während Hongkong Gewinne verbuche, würden Japan und Festland-China derzeit im Minus handeln. (16.03.2026/alc/a/a)
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