Paris (www.anleihencheck.de) - Seit der letzten Zinssenkung im Juni 2025 wird die Europäische Zentralbank (EZB) voraussichtlich zum sechsten Mal in Folge ihren Einlagensatz bei 2% belassen, so François Rimeu, Senior Strategist bei Crédit Mutuel Asset Management.
Trotz des Konflikts im Nahen Osten, der Risiken einer steigenden Inflation und einer Konjunkturabschwächung mit sich bringe, passe die EZB ihre Geldpolitik kurzfristig wohl nicht an.
Das Ausmaß und die Dauer des Angebotsschocks im Zusammenhang mit den beispiellosen Beeinträchtigungen in der Straße von Hormus seien nach wie vor zu ungewiss, um eine sofortige Reaktion zu rechtfertigen. Dennoch beobachte die Notenbank die potenziellen Auswirkungen, insbesondere auf die Inflationserwartungen und die Zweitrundeneffekte, weiterhin genau.
Der EZB-Rat belasse die Zinsen wohl einstimmig unverändert und den Einlagensatz bei 2%.
Angesichts der beispiellosen Beeinträchtigungen in der Straße von Hormus betone Christine Lagarde voraussichtlich erneut, dass die Aussichten weiterhin höchst ungewiss seien. Steigende Energiepreise und Versorgungsengpässe dürften zu einer Abwärtskorrektur des Wachstums für 2026 führen (im Vergleich zu 1,2% in den Dezember-Prognosen). Sie betone jedoch die Widerstandsfähigkeit der europäischen Wirtschaft gegenüber externen Schocks.
Bezüglich der Inflation werde das Dezember-Szenario, das einen vorübergehenden Rückgang mit anschließender Rückkehr auf 2% im Jahr 2028 prognostiziert habe, für 2026 angesichts des jüngsten Anstiegs der Energiepreise deutlich nach oben korrigiert - selbst wenn davon auszugehen sei, dass die nachlassende Nachfrage die Auswirkungen teilweise ausgleiche.
Zusammenfassend:
Durch die Beibehaltung des Status quo bekräftige die EZB ihre Kommunikationsgrundsätze: datenabhängige Entscheidungen, ein Ansatz, der sich von Sitzung zu Sitzung ergebe, und keine vorzeitigen Festlegungen hinsichtlich der künftigen Zinsentwicklung. Es werde erwartet, dass Christine Lagarde die Flexibilität hervorhebe, über die die EZB bei Zinssätzen nahe dem neutralen Niveau verfüge, um ihre Geldpolitik bei Bedarf anzupassen. Letztendlich bleibe der Ton hinsichtlich der Inflation entschlossen. Die EZB bekräftige ihre Bereitschaft, dafür zu sorgen, dass sich der Energieschock nicht in anhaltenden Preisdruck oder Zweitrundeneffekte niederschlage. (16.03.2026/alc/a/a)
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