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16.03.26 09:02
Zinssitzungen der FED und der EZB auf der Agenda

Wien (www.anleihencheck.de) - Ökonomische Datenveröffentlichungen standen auch letzte Woche angesichts der Ereignisse im Iran nur in der zweiten Reihe, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die US-Verbraucherpreisinflationszahlen für Februar, unter normalen Umständen ein absolutes Highlight, hätten im Gegensatz zum Februar-Arbeitsmarktbericht der letzten Woche nicht mit einer großen Überraschung aufwarten können. Sowohl die Gesamtinflationsrate (2,4% p.a.) als auch die Kerninflationsrate (2,5% p.a.) hätten auf den Vormonatsniveaus verweilt. Während die Kerngüterpreise in der Monatsbetrachtung nur marginal zugelegt hätten, hätten sich Nahrungsmittel, Energie und Kerndienstleistungen als stärkere Preistreiber entpuppt. Jedenfalls bleibe die Inflation weiterhin auf einem zu hohen Niveau und trotz des Umstandes, dass die USA ein Nettoenergieexporteur seien, würden sich die Aufwärtsrisiken für den Inflationsausblick verschärfen, je länger der Krieg im Iran (und die Blockade der Straße von Hormus) anhalte. Die PCE-Inflation, die bevorzugte Inflationskennzahl der Federal Reserve, liege sogar noch deutlicher über der VPI-Inflation. Im Januar habe die Kerninflation nach dem PCE-Index immer noch bei 3,1% p.a. gelegen.

Diese Woche würden neben den Zinssitzungen der FED und der EZB nur Daten von sekundärer Relevanz auf der Agenda stehen. In den USA stehe die Industrieproduktion für Februar zur Veröffentlichung an. Der Industriesektor habe im Januar solide zulegen können (+0,7 % p.m.), allerdings seien einige der Vormonate nach unten revidiert worden - die Daten für Februar würden die jüngsten Dynamiken also nochmals auf den Prüfstand stellen. In Deutschland werde darüber hinaus mit dem ZEW ein Stimmungsindikator für März erscheinen. Wie schon beim Sentix würden wir uns hier einen deutlichen Einfluss der aktuellen geopolitischen Lage erwarten. So würde der Umfragewert für die Zukunftserwartungen von 58,3 auf 39,4 Punkte deutlich abnehmen. Die Einschätzung zur aktuellen Lage sei weitaus schlechter und würde weiter auf einem stark negativen Niveau verharren (von -65,9 auf -63 Punkte).

Die Sitzung der EZB im März habe eigentlich als langweilig gegolten. Der Iran-Krieg habe das geändert! Auch wenn es sehr unwahrscheinlich sei, dass die EZB nächste Woche ihre Leitzinsen ändere, müsse sie ihre Botschaft sehr sorgfältig formulieren. Seit Beginn des Iran-Kriegs würden die Inflationserwartungen im Euroraum steigen. Auch wenn dies für die EZB (noch) kein Problem darstelle - da die kurzfristigen Erwartungen viel stärker gestiegen seien als die langfristigen Inflationserwartungen -, sei es wichtig, dass die EZB eine Formulierung wähle, die die langfristigen Inflationserwartungen im Zaum halte. Aus Sicht der EZB gebe es unserer Meinung nach wenig zu verlieren, wenn sie diesmal als falkenhaft interpretiert werde, während eine taubenhafte Sitzung eher zu Problemen führen könnte. Deshalb würden wir nächste Woche unveränderte Leitzinsen erwarten, aber eine falkenhaftere Formulierung seitens der EZB. Grundsätzlich könne die EZB an ihrer Formulierung festhalten, dass sie "gut positioniert" sei, um auf kommende Schocks zu reagieren - mit dem Hinweis, dass sich derzeit ein Schock entwickle, dessen Ausmaß noch ungewiss sei. Die "Risikobilanz" - ein zentraler Aspekt in der Lagebeurteilung der EZB - würde jedoch wohl angepasst. Da ein Energiepreisschock stagflationäre Auswirkungen auf die Wirtschaft des Euroraums habe - sinkende Wachstumsaussichten bei steigenden Inflationsaussichten -, würde sich die Risikoeinschätzung in Richtung höherer Inflationsrisiken verschieben. Vor dem Krieg habe die EZB betont, dass die Risikoeinschätzung ausgewogen, aber unsicher sei, mit großen Risiken auf beiden Seiten des Spektrums. Mit dem Iran-Krieg habe sich eines der Szenarien für Inflationsaufwärtsrisiken bereits zu verwirklichen begonnen! In den makroökonomischen Prognosen der EZB würden wir Aufwärtsrevisionen bei den Inflationsprognosen und kaum Veränderungen bei den Wachstumsaussichten sehen. Es sei wichtig zu betonen, dass der Stichtag der EZB für diese Prognosen kurz vor Kriegsbeginn gelegen habe, sodass etwaige Revisionen wahrscheinlich keinen Aufschluss über die Einschätzung der Auswirkungen des Krieges durch die EZB geben würden. Wir seien auch skeptisch, ob die EZB bereits konkrete Szenarien zum Iran-Krieg präsentieren werde. Kurz gesagt: Die makroökonomischen Prognosen der EZB würden diesmal nicht im Fokus stehen und die Leitzinsen würden unverändert bleiben, sodass es wirklich auf die Änderung der Kommunikation ankommen würde, die unserer Meinung nach Inflationssorgen widerspiegeln würde, aber keine Dringlichkeit zum Handeln.

Für die Fed gehe es nicht um mögliche Zinserhöhungen, sondern vielmehr darum, die Leitzinsen nicht zu senken. Bei der Sitzung nächste Woche seien unveränderte Leitzinsen bereits vor dem Iran-Krieg das Basisszenario gewesen, weshalb es keine Unsicherheit hinsichtlich der Entscheidung der Fed gebe, die Leitzinsen nächste Woche unverändert zu lassen. Ein Blick auf die jüngsten Datenveröffentlichungen habe kein klares Signal in eine bestimmte Richtung ergeben. Die Arbeitsmarktindikatoren seien volatil gewesen und somit nicht eindeutig, während die Inflation zwar über dem Ziel liege, die Dynamik aber nicht alarmierend sei und die Auswirkungen der Zollinflation nachgelassen hätten. Die US-Indikatoren stünden also Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf nicht im Weg, sobald die Inflation sinke. Der Iran-Krieg könnte die Aussichten jedoch verändern. Für die US-Wirtschaft sei ein Schock bei den Energiepreisen weniger stagflationär als für den Euroraum, da die USA ein Energie-Nettoexporteur seien. Für die Fed bedeute dies jedoch, dass die Aufwärtsrisiken für die Inflation sogar noch stärker sein könnten, da die ausgleichenden disinflationären Kräfte eines Rückgangs des Wirtschaftswachstums schwächer seien. Gleichzeitig könne sich die Fed, da sich die Leitzinsen noch im moderat restriktiven Bereich befänden, etwas Zeit lassen und die Situation weiter beobachten. Wir würden die Notwendigkeit, den Markt mit einer falkenhaften Zinssitzung zu überraschen, für begrenzt halten. Wir würden erwarten, dass der Passus "unter Berücksichtigung des Umfangs und des Zeitpunkts einer zusätzlichen Anpassung des Zielkorridors für die Federal Funds Rate" in der geldpolitischen Erklärung erhalten bleibe und auch die Medianprognose für den Federal Funds Rate für 2026 könnte im Vergleich zum Dezember unverändert bleiben. Damals habe der Dot Plot eine Zinssenkung bis Ende 2026 signalisiert, was trotz des Iran-Kriegs immer noch weniger sei, als der Markt einpreise. Im aktuellen Umfeld, in dem Dauer und Ausmaß des Energiepreisschocks noch sehr ungewiss seien, würden wir nicht erwarten, dass die Fed ihre taubenhafte Ausrichtung aufgebe, solange dies nicht auch durch US-Daten gerechtfertigt sei.

Neben der EZB werde auch die SNB am kommenden Donnerstag (19. März) ihre Sitzung abhalten. Für die Märkte und den Konsens sei dies ein Ereignis ohne Überraschungen, da eine Zinssatzstabilität bei 0% weitgehend erwartet werde. Die Inflation in der Schweiz bleibe sehr niedrig (0,1% im Jahresvergleich im Februar) und liege damit gerade noch innerhalb des Zielbereichs der Zentralbank von 0 bis 2%. Angesichts des aktuellen Inflationsumfelds werde es interessanter sein zu sehen, wie die SNB den anhaltenden Aufwertungsdruck bewältige. Jüngste Daten zu Sichteinlagen und dem EUR/CHF-Kursverlauf würden bereits auf eine Intervention der Zentralbank am Devisenmarkt hindeuten. Dementsprechend sollten Hinweise auf die Strategie der SNB im aktuellen Risikoaversion-Umfeld im Fokus stehen. (16.03.2026/alc/a/a)


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