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12.03.26 10:35
Trübe Aussichten belasten Rentenmärkte - Spürbar steigende Renditen bei Staatsanleihen

Wien (www.anleihencheck.de) - Der gestrige Handelstag an den internationalen Börsen stand naturgemäß ganz im Zeichen des Krieges im Nahen Osten, welcher die globalen Märkte weiter verunsicherte, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA sowie Israel und dem Iran hätten eine neue Stufe der Eskalation erreicht, nachdem es in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu weiteren Angriffen auf Handelsschiffe gekommen sei. Da durch diese Passage normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert werde, treffe die aktuelle Blockade die Weltwirtschaft an einer empfindlichen Stelle. Die Rhetorik aus Teheran habe sich dabei zusehends verschärft und sei in der unverhohlenen Warnung gegipfelt, dass sich die Welt auf einen Ölpreis von USD 200 pro Barrel einstellen müsse. Das US-Militär habe entschlossen reagiert und die Zerstörung von 16 iranischen Minenleger-Schiffen bekannt gegeben, um die Seewege offenzuhalten.

Um diesen massiven Preisschock abzufedern, habe die Internationale Energieagentur die Freigabe von 400 Mio. Barrel Öl aus strategischen Reserven beschlossen. Trotz dieser historisch einmaligen Maßnahme bleibe die Lage am Ölmarkt extrem angespannt, da diese Mengen eine dauerhafte Sperrung der Seewege nur für wenige Wochen kompensieren könnten. Dies spiegele sich auch im aktuellen Preis für Brent-Öl wider, der aktuell bei knapp unter USD 100 je Fass gehandelt werde und damit allein seit dem gestrigen Schlusskurs um ca. 7 % nach oben gesprungen sei. Die Hoffnung der Märkte auf eine schnelle diplomatische Lösung wirke angesichts der anhaltenden Kampfhandlungen und der blockierten Handelswege zunehmend fragil.

Diese geopolitische Krise habe gestern die US-Inflationsdaten fast vollständig in den Hintergrund treten lassen. Im Februar sei die Teuerungsrate mit 2,4 % zwar stabil geblieben, und auch die Kernrate habe mit 2,5 % die Erwartungen erfüllt, doch an der Wall Street hätten diese Zahlen kaum eine Rolle gespielt. Da die Erhebung vor der heißen Phase des Iran-Konflikts stattgefunden habe, blickten Investoren bereits mit großer Sorge auf den März, für den ein massiver Inflationssprung prognostiziert werde.

Die trüben Aussichten belasteten auch die Rentenmärkte und führten zu spürbar steigenden Renditen bei Staatsanleihen. So sei die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen auf 4,24 % geklettert, während am Markt die Befürchtung wachse, dass eine hartnäckige Inflation baldige Zinssenkungen durch die Fed vorerst unmöglich mache. Diese Nervosität sei auch nach Europa übergesprungen, denn auch in der EZB mache man sich vor allem um Zweitrundeneffekte durch die hohen Energiekosten Sorgen, welche die allgemeine Teuerung weiter antreiben könnten. Obwohl kurzfristig keine Zinsschritte erwartet würden, herrsche Beunruhigung darüber, dass die massiven Energiekosten zeitversetzt auf die allgemeine Teuerung durchschlagen und so die Inflation auf hohem Niveau verfestigen könnten. Das Tauziehen zwischen militärischer Eskalation, versperrten Handelswegen und massiven staatlichen Eingriffen lasse die Märkte immer wieder aufs Neue auf Richtungssuche gehen.

In diesem Umfeld habe Europa gestern ein deutlich getrübtes Bild präsentiert. Der heimische ATX habe um 0,3 % nachgegeben, während der Euro STOXX 50 mit einem Abschlag von 0,7 % den Handel beendet habe. Besonders deutlich seien die Verluste beim deutschen DAX gewesen, der mit einem Minus von 1,4 % massiv unter Druck geraten sei. Auch aus den USA seien gestern keine rettenden Impulse gekommen, da sich die geopolitischen Sorgen auch dort bemerkbar gemacht hätten. So habe der Dow Jones 0,6 % verloren, während der marktbreite S&P 500 mit einem leichten Minus von 0,1 % fast unverändert geschlossen habe. Einzig der technologielastige NASDAQ 100 habe sich der negativen Stimmung entziehen können und den Tag mit einem hauchdünnen Plus von 0,03 % nahezu stabil beendet.

Der Goldpreis könne von der zunehmenden Verunsicherung nicht profitieren und notiere aktuell bei rund USD 5.160 je Unze. Auch der Bitcoin als bekanntester Vertreter der Kryptowährungen präsentiere sich insgesamt etwas träge und sei wieder unter die Marke von USD 70.000 gerutscht. Die asiatischen Märkte präsentierten sich heute Morgen ebenfalls einheitlich im roten Bereich, während für Europas Börsen die Frühindikationen aktuell einen im Vergleich zu den gestrigen Schlusskursen niedrigeren Handelsauftakt signalisierten. (12.03.2026/alc/a/a)


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