Hannover (www.anleihencheck.de) - Am 19. März ist die nächste EZB-Zinssitzung, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".
Die EZB werbe derzeit verstärkt für eine Zurückhaltung bei der zukünftigen Zinsentwicklung. Zeitgleich werde aber auch auf die geldpolitische Flexibilität verwiesen. Die Finanzmärkte würden in dieser Gemengelage derzeit ein Stillhalten auf der nächsten Sitzung im März einpreisen. Eines könne man auf jeden Fall schon jetzt sagen: Entscheidend für den weiteren Verlauf des Zinspfades werde auf jeden Fall sein, ob der aktuelle Energiepreisschock eher temporärer oder von längerfristiger Natur sei.
In den USA stünden heute die Februar-Daten zum Verbraucherpreisindex an. Deutlichere Signale eines zunehmenden Preisauftriebs würden den Fed-Falken am aktuellen Rand zusätzliche Argumente liefern, Zinsanpassungen aufgrund der volatilen Perspektive an den Energiemärkten ohnehin weiter aufzuschieben. Auch auf der anderen Seite des Atlantiks würden Marktteilnehmer die Einschätzungen der beiden EZB-Redner (Vizepräsident de Guindos und Direktorin Schnabel) zur Inflationslage vor diesem Hintergrund eng verfolgen.
Derzeit bestimme die Entwicklung der Ölpreise das Sentiment und den Risikoappetit an den Märkten. Aus Angst vor einem Energiepreis-Inflationsschock hätten seit dem Beginn des Iran-Krieges die normalerweise als extrem sicher geltenden Staatsanleihen verstärkt unter Abgabedruck gestanden. Gestern habe Trump mit seiner erratischen Art der Kommunikation über ein Ende und die mögliche, doch eher kurze Dauer des Iran-Kriegs, aber alle Ehre gemacht. Prompt würden die Kurse beim schwarzen Gold reagieren. Instantan sei die Reaktion am Rentenmarkt gewesen. Kurze Renditen seien im freien Fall gewesen. Habe man am Montag für deutsche Kurzläufer (zwei Jahre) noch 2,46% Rendite erhalten, seien gestern nur noch 2,25% verlangt worden (-21 Basispunkte). (11.03.2026/alc/a/a)
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