Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die letzte Woche war bereits geprägt vom Nahost-Krieg und infolgedessen von den hohen Energiepreisen und der damit einhergehenden Risikoaversion der Marktteilnehmer, so die Analysten der Helaba.
Heute Morgen sei das Thema nochmals stärker präsent, nachdem die Ölnotierungen massiv gestiegen seien. Wegen der Sperrung der Straße von Hormus und Angriffen auf iranische Ölanlagen seien Öl- und die Gasnotierungen kräftig gestiegen und so hätten die Inflationssorgen zugenommen. Dies sorge dafür, dass die Rentenmärkte nicht wie gewohnt von einer Safe-Haven-Nachfrage profitieren könnten, sondern deutlich unter Druck stünden. Die Akteure an den Geldmärkten hätten die Zinssenkungserwartungen in den USA reduziert und in der Eurozone werde jetzt vermehrt auf Zinserhöhungen spekuliert. Dies laste auf der konjunkturellen Perspektive und damit auf den Aktienmärkten. In der letzten Woche hätten Notenbanker aber betont, dass zunächst abgewartet werden müsse, welche Folgen der Energiepreisschub haben werde. Das Wohl und Wehe der Renten- und Aktiennotierungen hänge nach Erachten der Analysten an der Frage, wann und in welchem Umfang Öl- und Gasexporte aus dem Persischen Golf wieder möglich seien. Je länger die Hochpreisphase dauere, desto größer würden die "Schäden" an den globalen konjunkturellen Perspektiven.
Der Wechsel auf den Juni-Kontrakt des Bund-Futures (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei erfolgt in einer rabenschwarzen Woche für den Rentenmarkt. Am Morgen des vergangenen Montags sei noch ein Hoch bei 129,52 markiert worden und heute seien die Notierungen im frühen Handel auf 125,94 abgerutscht. Im Verlauf der Vorwoche habe der Future dabei nicht nur die 21-, sondern auch die 55-Tagelinie (heute bei 127,28) sowie das dort liegende 61,8%-Retracement des über zweimonatigen Kursanstiegs durchbrochen. Das Kontrakttief aus der zweiten Dezemberhälfte bei 125,90 sei in Reichweite. Das Indikatorenbild sei belastend und noch seien Signale einer überverkauften Marktlage Fehlanzeige.
Nachdem der Euro zum US-Dollar zu Beginn des Krieges an Boden verloren habe, habe sich der Kurs in den letzten Tagen zunächst stabilisieren können, stehe heute Morgen aber wieder unter Druck und notiere damit auch unterhalb der gängigen Durchschnittslinien. Mit dem Bruch der Unterstützung am Januartief bei 1,1573 sei Raum bis 1,1469, dem Tief vom November, eröffnet worden. Die Verkaufssignale von MACD und DMI würden auf die übergeordnet schwierige Lage hinweisen. Weitere Verluste könnten nicht ausgeschlossen werden. Erste Widerstände wären bei 1,1674 (200T) und 1,1697 (100T) zu finden. (09.03.2026/alc/a/a)
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