Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Trotz des Angriffs Israels und der USA auf den Iran: Von einer Flucht in Sicherheit kann nicht die Rede sein, so die Deutsche Börse AG.
"Offensichtlich sehen die Anleger in US-Treasuries und Bundesanleihen - anders als in früheren Krisen - keine sicheren Häfen mehr", bemerke Commerzbank-Analyst Christoph Balz. "Am Markt wird jetzt damit gerechnet, dass aufgrund des Öl- und Gaspreisanstiegs die Inflation steigt und die EZB die Zinsen eher erhöhen als senken wird", berichte Anleihehändler Arthur Brunner von der ICF Bank.
Zehnjährige Bundesanleihen würden am Freitagmorgen mit 2,86 nach 2,70 Prozent in der Vorwoche rentierten. Auch die Renditen von US-Treasuries seien zuletzt gestiegen. Zehnjährige würden jetzt mit 4,15 nach 4 Prozent vor einer Woche rentieren.
"Viele Marktteilnehmer halten Leitzinserhöhungen der EZB noch in diesem Jahr zumindest für möglich", erkläre auch Ulrich Kater von der DekaBank. Er gehe aber davon aus, dass die Auswirkungen auf die Inflation im Euroraum zu gering und zu temporär bleiben würden. "Sobald sich die Situation auf den Erdöl- und Erdgasmärkten zu entspannen beginnt, wird der immer noch hohe Anlagebedarf die Renditen von Bundesanleihen wieder sinken lassen."
Auf den Einkaufslisten fänden sich Anleihen von EnBW mit Laufzeit bis 2031 und aktuell 3,1 Prozent (ISIN XS2862984510), BMW bis ebenfalls 2031 und 3,19 Prozent (ISIN XS3075490188) und Deutsche Telekom bis 2029 und 2,86 Prozent (ISIN XS3244707272).
Im Handel mit hochverzinslichen Anleihen würden Brunner zufolge einige Papiere verlieren, etwa Semper idem Underberg (ISIN DE000A30VMF2). Allerdings werde der Bond immer noch über 100 Prozent gehandelt. Andere hätten sich stabil gezeigt, wie Katjes International (ISIN NO0012888769) und Mutares (ISIN NO0013325407, ISIN NO0012530965). "Die Aufstockung der Katjes-Anleihe von 185 auf 200 Millionen Euro hat sich auch nicht niedergeschlagen", ergänze Brunner. Der Fruchtgummihersteller habe diese Woche bekannt gegeben, sich über eine Tochter an der italienischen Mode- und Homewear-Luxusmarke Missoni zu beteiligen, bekannt für ihr Zickzack-Design.
Weiter nach unten sei es hingegen für Noratis gegangen, wie Brunner außerdem melde. Der Immobilienentwickler aus Eschborn bei Frankfurt habe diese Woche die Insolvenz in Eigenverwaltung bekannt gegeben. Die bis 2029 laufende Anleihe mit 5,5 Prozent-Kupon (ISIN DE000A3H2TV6) sei von zuletzt 18 auf nur noch 10 Prozent gefallen.
Fortgesetzt habe sich das Interesse an Bonds in anderen Währungen, wie Daniel berichte, etwa Australischen Dollar, Brasilianischen Real oder Polnischen Zloty. Auch Brunner beobachte eine gute Nachfrage nach Anleihen in Australischen Dollar, aber auch in Norwegischen Kronen.
Am Neuemissionsmarkt sei es diese Woche ruhig geblieben. "Die geopolitische Unsicherheit ist zu hoch", stelle Brunner fest. (06.03.2026/alc/a/a)
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